Zwischen Inflation und Deflation

Die jüngsten Daten zur Preisentwicklung in Österreich hatten es in sich: Nach einer Teuerung um 1,3 Prozent im November 2016 kletterten die Preise im Dezember gar um 1,4 Prozent nach oben, was gleichbedeutend mit der höchsten Inflationsrate seit mehr als drei Jahren war. Vor allem Mineralölprodukte zeigten sich aufgrund der Ölpreiserholung der zurückliegenden 12 Monate als echte Preistreiber, aber auch Bewirtungsdienstleistungen und Mieten zogen deutlich an. Insgesamt lag die durchschnittliche Inflationsrate in Österreich im vergangenen Jahr unverändert gegenüber 2015 bei 0,9 Prozent, für 2017 erwartet die Nationalbank eine Teuerung, die mit rund 1,5 Prozent unterhalb des von der Europäischen Zentralbank definierten Inflationsziels von 2 Prozent liegt. Doch warum ist ein Anstieg der Preise aus volkswirtschaftlicher Sicht überhaupt gewünscht?

 Ein bisschen Inflation ist wünschenswert

 Die aktuelle Rückkehr der Inflation sollte niemandem wirklich Sorgen bereiten. Sie beruht in erster Linie auf Basiseffekte beim Ölpreis, der sich nach einem heftigen Einbruch in den zurückliegenden 12 Monaten deutlich erholen konnte. Zwar bekommen Autofahrer die Auswirkungen beim Tanken unmittelbar zu spüren, der festere Ölpreis sendet aber auch ein positives Signal einer gut laufenden Weltwirtschaft. In einer solchen Phase investieren die Unternehmen in der Regel wieder mehr, Beschäftigung und Löhne nehmen zu, eine höhere Nachfrage sorgt für steigende Preise. Aus Sicht der Europäischen Zentralbank ist eine Inflation von 2 Prozent aber auch deshalb erwünscht, weil sie ein beruhigendes Polster auf neue Deflationsgefahren bieten würde.

 Die Furcht vor einer Deflation

 Auch wenn eine Deflation für den Verbraucher wegen sinkender Preise für Konsumgüter zunächst einmal vorteilhaft erscheint, auf die Wirtschaft kann sie verheerende Folgen haben. Bei einem Rückgang der Preise steigt zwar erst einmal die Kaufkraft des Geldes – im Bewusstsein, dass die Preise Monat für Monat günstiger werden, halten sich Unternehmen und Konsumenten mit Investitionen und Käufen aber zunehmend zurück. In der Folge füllen sich die Lager der Unternehmen, die mit Produktionskürzungen und Entlassungen auf die rückläufigen Absatz- und Umsatzzahlen reagieren. Nimmt die Abwärtsspirale erst einmal Fahrt auf, sind sinkende Unternehmensgewinne, Firmenpleiten sowie eine steigende Arbeitslosigkeit nur schwer zu vermeiden.

 

Antwort schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Folgende HTML-Tags und Attribute können Sie verwenden:

<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

Cookies helfen uns bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Mehr erfahren   Akzeptieren