Wird das Bargeld bald aus unserem Alltag verdrängt?

Hotel, Klamotten, Tankstelle, ja sogar das Taxi, das U-Bahn-Ticket oder der Kaugummi an der Supermarktkasse – ohne Plastikkarte geht heute nichts mehr. Ist dies Fluch oder Segen?

„Bargeld braucht nur deine Oma und der Bankräuber“ lautet ein Motto, mit dem in Schweden für die vollständige Umstellung auf bargeldlose Zahlungsmittel geworben wird. Ohne Zweifel liegen die Nordeuropäer damit im weltweiten Trend: Denn immer mehr Menschen greifen auch bei kleineren Beträgen lieber zur Plastikkarte als zu Schein und Münze.

Fast jeder Österreicher zahlt mit Plastik

Schon heute hat das so genannte „Giralgeld“ (Überweisung, Karten, Schecks) das Bargeld an Volumen verdrängt. Nahezu jeder Erwachsene in Österreich besitzt inzwischen eine Giro-Card. Inzwischen hat sie bei Zahlungen zwischen 50 und 100 Euro das Bargeld als beliebtestes Zahlungsmittel abgelöst. Sogar die Abschaffung von 500-Euro-Noten ist bereits im Gespräch, Dänemark schafft Bargeldpflicht für Restaurants, Tankstellen und kleinere Läden künftig ab, plant gar, überhaupt keine frischen Banknoten mehr zu drucken.

Sicher bargeldlos zahlen!

Vieles spricht dafür, dass die bargeldlose Zahlungsweise auch mehr Sicherheit schafft. Fälscher haben keine Chance mehr. Auch für den Staat bieten sich Vorteile: Schwarzarbeit, Schwarzgeld oder Steuerhinterziehung sind nicht mehr ohne weiteres möglich. Auch andere Deliktsbereiche sind betroffen. Wer zahlt beim Hehler oder Drogenhändler schon gern mit Karte?

Datenschützer besorgt

Datenschützer sind aber besorgt, da die ausschließliche Kartenzahlung den Käufer zum „gläsernen Kunden“ macht, dessen Kaufverhalten bis ins kleinste Detail nachvollziehbar ist. Bargeld lässt sich also nicht so leicht ersetzen, wie sich das manch einer vorstellt. Paul G. Schmidt, Leiter des Economics Department an der Frankfurt School of Finance and Management, warnt: „Zur Not würden die Menschen auf andere Währungen ausweichen – Auslands-, Naturalwährungen oder Edelmetalle.“ Schmidt ist sich sicher: Auch in 100 Jahren werden die Menschen noch mit Bargeld zahlen.

Aus für den Flohmarkt

Für die meisten Menschen bedeutet Bargeld Freiheit. Feilschen auf dem Flohmarkt, den Kindern und Enkeln mal ein Scheinchen zustecken, noch einen Euro beim Trinkgeld drauflegen – das wäre vorbei. Vielleicht hängen wir auch deshalb an der klingenden Münze. In Umfragen bekundet stets die Mehrheit der Befragten, dass eine Abschaffung des Bargeldes für sie nicht in Frage kommt.

Ein Kommentar zu “Wird das Bargeld bald aus unserem Alltag verdrängt?

  1. hallo
    ich persönlich würde einen rein bargeldlosen Zahlungsverkehr ebenfalls ablehnen als Privatperson.
    die eine Sache ist, wie bereits im bericht erwähnt, der gläserne mensch. des weiteren können karten genauso gestohlen werden, nicht funktionieren usw.
    ich nehme karten auch öfter für bezahlungen, fühle mich aber wohl, immer etwas Bargeld bei mir zu haben.
    und wenns nur dafür ist – wie teilweise ja auch im bericht erwähnt – um dem enkel mal kurz ein bißchen Geld mitzugeben, einem freund z.b. für die Fahrgemeinschaft was zu geben (überweisen wäre da echt übertrieben) usw.
    auch ermöglicht reine kartenverwendung auch mal eine einmalige problemlose Vermögensbesteuerung usw.
    wink
    jb

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