Wie Wirtschaftsinstitute die Konjunkturentwicklung sehen

Mit einem Wachstum von voraussichtlich 2,7 % hat sich die österreichische Wirtschaft 2018 deutlich besser entwickelt als der Durchschnitt im Euro-Raum – die EZB rechnet hier mit einem Anstieg von 1,9 %. Für 2019 wird allerdings auch hierzulande eine Abkühlung der Konjunktur erwartet.

Österreich wächst stärker als die Eurozone

Das 1927 von Friedrich August von Hayek und Ludwig von Mises gegründete Österreichische Institut für Wirtschaftsforschung (WIFO) prognostiziert für das laufende Jahr ein Wirtschaftswachstum von 1,9 %. Mitverantwortlich für diese Entwicklung sind unter anderem der Handelskonflikt zwischen den USA und China sowie die Auswirkungen auf den Rest der Welt. Aber auch die Unsicherheit, welche durch den Brexit entsteht, wirkt sich negativ auf das Wirtschaftswachstum aus. Zudem drosseln zahlreiche Unternehmen ihre Investitionstätigkeit.

Ein ähnliches Bild zeichnet sich bei unserem Nachbarn Deutschland ab. Wuchs die deutsche Wirtschaft im vergangenen Jahr noch mit voraussichtlich 1,5 %, rechnet beispielsweise eines der größten Wirtschaftsforschungsinstitute Deutschlands – das Münchener ifo-Institut – 2019 nur noch mit einem Wachstum von 1,1 %.

Frühindikatoren auf der Basis von Befragungen

Jeden Monat befragt das ifo-Institut deutsche Unternehmen zu ihrer aktuellen wirtschaftlichen Lage und der erwarteten Entwicklung für die kommenden Monate. Aus den Ergebnissen wird der ifo-Geschäftsklimaindex berechnet, welcher zu den meist beachtesten Frühindikatoren an den europäischen Finanzmärkten gehört. Ähnlich wie das WIFO nennt auch das ifo-Institut den US-Handelskonflikt und den Brexit als Ursachen für die Abkühlung. Aber auch die Unsicherheit seitens Italiens sowie die schwächelnde deutsche Autoindustrie tragen ihren Anteil bei.

Auch in der weltgrößten Volkswirtschaft, den USA, wird sich im laufenden Jahr das Wirtschaftswachstum wahrscheinlich abschwächen. Laut der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (engl.: Organisation for Economic Co-operation and Development, OECD) ist ein Rückgang von 2,9 % im Jahr 2018 auf 2,7 % in 2019 zu erwarten.

Weltwirtschaft zeigt ebenfalls Schwäche

Insgesamt hat dies auch Auswirkungen auf die Weltwirtschaft, und das globale Wachstum scheint seinen Zenit überschritten zu haben. Trotz Rekordtiefstständen bei der Arbeitslosigkeit sowie erste Anzeichen von Arbeitskräftemangel in manchen Ländern nehmen die Risiken eines Abschwungs zu. Das globale Handelswachstum und die Investitionen haben sich aufgrund von Zollerhöhungen abgeschwächt. Zudem haben steigende Zinsen und ein aufgewerteter US-Dollar zu einem Kapitalabfluss aus den Schwellenländern geführt und damit zu einer Schwächung deren Währungen. Die OECD rechnet für 2019 daher mit einem Rückgang des Weltwirtschaftswachstums von 3,7 % auf 3,5 %.

Fazit: Trotz einer sich weltweit abkühlenden Konjunktur ist das Wirtschaftswachstum nach wie vor positiv und zeigt sich äußerst stabil. Zudem sieht keines der großen Wirtschaftsforschungsinstitute derzeit Anzeichen für eine aufziehende Rezession.

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