Wie sich Privatanleger vor Kursverlusten schützen können

Die letzten Wochen und Monate haben wieder einmal gezeigt, dass die Börse keine Einbahnstraße ist. Nach einigen Jahren mehr oder weniger kontinuierlich steigender Kurse, hat in diesem Jahr die Volatilität deutlich zugenommen und zahlreiche Aktien haben auf Jahressicht sogar Kursrückgänge zu verbuchen. Anleger sind solchen Entwicklungen allerdings nicht hilflos ausgeliefert – mit der richtigen Strategie lassen sich Verluste möglicherweise reduzieren.

Wertpapiere rechtzeitig verkaufen

Der simpelste Schutz vor Verlusten besteht darin, das Depot glattzustellen, d.h. alle Positionen zu verkaufen. Allerdings müssen Anleger dabei berücksichtigen, dass sie bei fallenden Kursen zwar keine Verluste riskieren, dafür aber auch bei steigenden Notierungen keine Gewinne verbuchen. Außerdem fallen eventuell Kosten beim Verkauf und Neueinstieg an.

Wer sich vor Verlusten schützen will, aber trotzdem die Chance auf steigende Kurse wahrnehmen möchte, sollte Stopp-Loss-Orders in Erwägung ziehen. Hierbei wird eine Verkaufsorder unter dem aktuellen Kurs platziert. Fällt der Kurs des Wertpapiers auf dieses Niveau, wird die Order aktiviert und das Papier zum nächsten Kurs verkauft. Anleger sollten allerdings wissen, dass es keine Garantie für den Verkauf zum vorher festgelegten Stopp-Kurs gibt. Der Verkaufskurs kann im Extremfall auch deutlich unterhalb des gewünschten Niveaus liegen. Eine leichte Abwandlung der Stopp-Loss-Order ist der so genannte Trailing-Stopp. Hierbei wird bei steigenden Notierungen die Verkaufsorder in einem bestimmten Abstand mit angehoben. Auf diese Weise partizipieren Anleger auch an steigenden Kursen.

Absicherung mit Derivaten

Eine andere Möglichkeit der Depotabsicherung ist der Einsatz von Put-Optionsscheinen. Damit wetten Anleger auf einen Kursrückgang des zugrundeliegenden Basiswerts – dies können einzelne Aktien oder auch ein ganzer Index sein. Fällt beispielsweise ein Index, steigt der zugehörige Put-Optionsschein dementsprechend an. Da sich der Kurs eines Optionsscheines überproportional zur Kursbewegung des Basiswertes ändert, ist zur Absicherung einer Position eine geringere Summe als für das ursprüngliche Investment nötig. Wie viele Optionsscheine letztendlich zur Absicherung benötigt werden, lässt sich mit entsprechenden Rechentools einfach bestimmen. In der Regel verfügen Optionsscheine über eine bestimmte Laufzeit. Sollte der Kurs des Basiswerts sich zum Ende dieser Laufzeit nicht unterhalb des zuvor festgelegten Basispreises befinden, verfällt der Put-Optionsschein und ist wertlos. Natürlich lassen sich auch andere Derivate, wie beispielsweise Knock-out-Produkte, zur Absicherung verwenden. Auch hierbei setzt der Anleger auf fallende Kurse. Das Zertifikat gewinnt umso mehr an Wert, je tiefer die Aktie fällt. Andererseits wird das Zertifikat augenblicklich wertlos, sobald der Kurs des Basiswertes die Knock-out-Schwelle überschreitet. Das gilt dabei nicht nur für den Stichtag, an dem das Zertifikat fällig wird, sondern während der gesamten Laufzeit.

Auf breite Risikostreuung achten

Unabhängig davon, ob Anleger ihr Depot aktiv absichern wollen oder nicht, sollten sie stets auf eine breite Risikostreuung achten, d.h. in verschiedene Anlageklassen, Branchen und Regionen investieren. Denn fällt beispielsweise eine Anlageklasse, kann möglicherweise eine andere die Verluste kompensieren. Vor allem langfristig orientierte Anleger können auf diese Weise die Volatilität ihres Depots reduzieren.

Disclaimer: Alle Angaben dienen nur der Unterstützung Ihrer selbstständigen Anlageentscheidung und stellen keine Empfehlung der Hello bank! dar.

 

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