Was ist Value Investing?

Viele Anlagestrategien können an der Börse angeblich zum Erfolg führen. Eine der bekanntesten Strategien ist sicher das Value Investing.

Value Investoren unterscheiden zwischen dem Preis oder Aktienkurs und dem so genannten inneren oder fairen Wert des Unternehmens. Während der Aktienkurs von Angebot und Nachfrage bestimmt wird, spiegelt der innere Wert den tatsächlichen Wert – basierend auf Substanz und Erträge – wider. Da die Märkte nicht immer effizient sind, können diese beiden Zahlen von Zeit zu Zeit deutlich voneinander abweichen. Anhänger des Value-Ansatzes kaufen Aktien wenn sie stark unterbewertet sind und einen erheblichen Abschlag zum fairen Wert aufweisen. Diese Differenz wird auch Sicherheitsmarge oder Margin of Safety genannt.

Die Kunst ist, den inneren Wert festzustellen. Dazu gibt es verschiedene Ansätze. Mit verschiedenen Kennzahlen können sich Investoren einen ersten Eindruck über das Unternehmen machen:

Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV): Das KGV setzt den Aktienkurs mit dem Gewinn pro Aktie ins Verhältnis. Steht beispielsweise eine Aktie bei 20 Euro und das dazugehörige Unternehmen weist einen Gewinn von 10 Euro pro Aktie aus, beträgt das KGV 2. Grundsätzlich lässt sich sagen, dass es umso besser ist je niedriger das KGV ist. Das KGV gibt darüber Auskunft, in wie vielen Jahren der Preis der Aktie über den erzielten Gewinn bezahlt wird. Jeder Value Investor definiert seine obere Grenze für das KGV anders. In der Regel werden aber selten Aktien mit einem KGV größer als 15 als Value-Titel bezeichnet.

Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV): Beim KBV wird der Kurs der Aktie mit dem anteiligen Buchwert in Verbindung gesetzt. Das KBV gibt an, wie oft der Buchwert in dem Aktienkurs enthalten ist. Ähnlich wie beim KGV gilt auch hier: je kleiner desto besser.

Allerdings sollten keine Kaufentscheidungen aufgrund diese beiden Kennzahlen getroffen werden. Denn viele Unternehmen wirken nur auf den ersten Blick wie ein Schnäppchen. Schnell können beispielsweise ein schrumpfendes Geschäft und fallende Gewinne eine ursprünglich günstige Aktie teuer machen. Value Investoren sollten sich daher ausführlich mit dem Studium der Finanzzahlen, der Marktstellung des Unternehmens, dem Management und auch der Konkurrenz beschäftigen. Zudem sollten sie in der Lage sein, den zukünftigen Geschäftsverlauf und die Wachstumschancen möglichst genau zu prognostizieren.

In der der Praxis ist dies für Privatanleger sehr schwer umzusetzen und benötigt viel Zeit und Arbeit. Ferner erfordert Value Investing auch Geduld und strenge Disziplin. Teilweise kann es Jahre dauern bis andere Marktteilnehmer die Unterbewertung eines Unternehmens erkennen und der Kurs zu steigen beginnt. Außerdem dürfen sich Value Investoren nicht zu leicht verunsichern lassen und eventuell bei fallenden Kursen nachkaufen. Ein guter Value Investor hängt aber nicht an einer Aktie. Regelmäßig sollte er seine Positionen hinterfragen und überprüfen, ob die ursprüngliche Einschätzung noch gerechtfertigt ist.

In der Vergangenheit verhielten sich Value-Aktien in Haussephasen häufig weniger heftig ansteigend und in Schwächephasen stabiler als der Gesamtmarkt. Aufgrund dieser defensiven Eigenschaften eignet sich diese Strategie vor allem für sicherheitsbewusste Anleger.

Dieser Artikel gibt die Meinung des Autors wieder und stellt in keiner Weise eine Finanzanalyse, eine Anlageberatung, ein Angebot zum Kauf oder eine Empfehlung der Hello bank! dar und kann keine fachliche Beratung durch einen Anlage- und/oder Steuerberater ersetzen.

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