Was ist ein Carry Trade?

Der Devisenmarkt ist der größte und liquideste Markt der Welt. Allein 2016 wurden pro Handelstag durchschnittlich knapp über 5 Billionen US-Dollar umgesetzt. Einen nicht unerheblichen Beitrag leisten hierbei so genannte Carry Trades.

 Niedrige Zinsen, hohe Zinsen

Bekanntlich herrschen in verschiedenen Ländern unterschiedliche Zinsniveaus. Mittels eines Carry Trades versuchen Marktteilnehmer von dieser Situation zu profitieren, indem sie sich in einer Währung mit niedrigem Zinsniveau Geld leihen und es in einer Währung mit höherem Zinsniveau anlegen. Die Zinsdifferenz zwischen den beiden Ländern sollte theoretisch dem Gewinn entsprechen.

Ein Beispiel verdeutlich das Prinzip: Angenommen ein Anleger nimmt aufgrund des niedrigen Zinsniveaus in Japan einen Kredit in Höhe von 10 Million Yen auf, wechselt die Summe in australische Dollar und kauft eine zweijährige Staatsanleihe. Einfachheitshalber beträgt in dieser Rechnung der Zins für den japanischen Kredit 0 %, während eine australische Staatsanleihe derzeit rund 1,6 % p.a. abwirft. Ohne Berücksichtigung von Gebühren macht der Investor somit einen Gewinn von 160.000 Yen pro Jahr.

Wechselkursrisiken

Was so einfach aussieht, hat aber einen Haken. Wer im aktuellen Niedrigzinsniveau auf diesem Weg attraktive Renditen erzielen möchte, muss beträchtliche Summen einsetzen. Zudem steckt ein großes Risiko in einem sich ändernden Wechselkurs. Sollte in dem oben gewählten Beispiel der australische Dollar gegenüber dem japanischen Yen abwerten, kann ein Verlust entstehen, da am Ende mehr australische Dollar in Yen umgetauscht werden müssen, um den Kredit zu tilgen. Auf der anderen Seite kann ein stärker werdender australischer Dollar bzw. ein sich schwächer entwickelnder Yen auch zu einem Gewinnanstieg führen. Zuzüglich zu den Zinszahlungen würde der Anleger in diesem Fall von den Wechselkursgewinnen profitieren.

Der reine Carry Trade ist aufgrund der nicht unerheblichen Risiken für Privatanleger eher ungeeignet und wird in der Regel nur von professionellen Spekulanten angewendet. Allerdings kann es für Privatanleger interessant sein, die Wechselkurse klassischer Carry-Trade-Paare wie beispielsweise USD/JPY zu verfolgen, da je nach Zinsdifferenz und Marktsituation teils Korrelationen zu den Aktienmärkten zu beobachten sind.

Alle Infos zu Wechselkursen, Währungen und Zinsen gibt’s hier:

https://kurse.hellobank.at/k/wahrungenzinsen/intro.aspx

Alle Angaben dienen nur der Unterstützung Ihrer selbstständigen Anlageentscheidung und stellen keine Empfehlung der Hello bank! dar. Die dargestellten Produktinformationen erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit oder Richtigkeit.

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