Warum Prognosen mit Vorsicht zu genießen sind

Alle Jahre wieder das gleiche Bild: Zahlreiche Analysten, Experten und Börsengurus versuchen zu Beginn des Jahres, den Aktienmarkt für die nächsten zwölf Monate vorherzusagen – möglichst punktgenau. Anleger sollten diese Aussagen allerdings mit Vorsicht genießen, vor allem die Vorhersagen des Jahresendstandes eines Index sollten lediglich als unterhaltsame Randnotiz gesehen werden.

Steht der ATX Ende des Jahres höher oder niedriger als heute? Geht die Rally an den Börsen weiter oder geht ihr langsam die Kraft aus? Welche Aktie läuft am besten? Fragen, auf die Anleger nur zu gerne Antworten hätten. Auch wenn in den ersten Wochen des neuen Jahres zahlreiche Analysten suggerieren, sie wüssten, wohin die Reise geht – ohne die sprichwörtliche Kristallkugel dürfte dies so gut wie unmöglich sein. So lagen auch im vergangenen Jahr die meisten Experten daneben – kaum einer rechnete beispielsweise mit solch einem starken Anstieg der Aktienmärkte. Doch warum sind Prognosen so oft falsch?

Warum Analysten häufig daneben liegen
In der Regel wird die Zukunft auf Basis der Vergangenheit prognostiziert. Das heißt, die vergangenen Entwicklungen während bestimmter Situationen werden einfach fortgeschrieben. An der Börse sieht dies meist so aus, dass nach einer Hausse an den Aktienmärkten die Prognosen ebenfalls positiv ausfallen. Gehen die Kurse allerdings seit geraumer Zeit auf Talfahrt, sind die meisten Analysten pessimistisch gestimmt. Letztendlich werden die Märkte aber von Ereignissen beeinflusst, welche sich nur schwer oder gar nicht vorhersagen lassen. So hatte beispielsweise 2016 kaum jemand die Wahl Donald Trumps zum 45. Präsidenten der Vereinigten Staaten auf der Liste. Und noch weniger rechneten im Anschluss mit einem so deutlichen Anstieg der Aktienkurse.

Zudem herrscht unter den Experten auch eine Art Herdenverhalten. Die wenigsten trauen sich, gegen den Strom zu schwimmen und eine etwas andere Prognose aufzustellen, denn lieber scheitert man mit der Masse, als am Ende als einziger falsch zu liegen. Anleger sollten daher Prognosen mit einer gewissen Skepsis betrachten und vor allem ihre Anlagestrategie nicht ausschließlich darauf ausrichten.
Prognosen können Orientierung bieten
Nichtsdestotrotz haben Prognosen ihre Daseinsberechtigung und können eine wichtige Orientierungshilfe sein. Während die Vorhersagen der Jahresendstände wenig Aussagekraft haben, können die Erklärungen, wie die Analysten auf diese Beurteilung kommen, durchaus einen Mehrwert liefern. Vor allem die Analyse fundamentaler Daten, verschiedener Marktindikatoren und anderer Rahmendaten kann bis zu einem gewissen Grad Hinweise auf eine mögliche Kursentwicklung geben. Wichtig ist auch, dass Anleger unterschiedliche Analysen und Meinungen lesen und hören, um ein möglichst objektives Bild zu erhalten.

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