Verreisen? Was Urlauber nach den Terroranschlägen jetzt wissen müssen.

Europa und die Welt stehen im Zeichen der Terroranschläge von Paris. Viele Touristen, die jetzt Ski-, Wander-, oder Strandurlaub gebucht haben, zweifeln. Ist der Urlaub jetzt noch sicher, kann ich meine Reise stornieren?

Auf das Bauchgefühl hören und Fakten beachten

Grundsätzlich müssen Touristen sich zunächst selbst fragen, ob eine Reise – etwa nach Frankreich – für sie jetzt noch in Frage kommt. Denn das persönliche Empfinden beeinflusst auch die Erholung. Wer sich aber gegen die gebuchte Urlaubsreise entscheidet, kann nicht in jedem Fall mit einer Kostenerstattung rechnen. „Stornogebühren können bis zu 85 Prozent des Reisepreises betragen, in Sonderfällen muss man sogar den vollen Betrag bezahlen“, erläutert ÖAMTC-Juristin Gabriele Pfeiffer. Grundsätzlich steigen die Stornogebühren je kurzfristiger die Stornierung stattfindet. Im Einzelfall muss der Veranstalter befragt werden.

Reisen nach Frankreich

Nach den Terror-Anschlägen in Paris mahnen Behörden und Sicherheitsdienste gerade bei Aufenthalten in Metropolen wie Paris zu erhöhter Wachsamkeit. Die französische Regierung hat den Ausnahmezustand erklärt. An den Grenzen oder touristisch interessanten Punkten kann es deshalb zu unerwarteten, strengen Pass- und Gepäckkontrollen kommen. Wer keinen gültigen Ausweis bei sich führt, kann unter Umständen Unannehmlichkeiten oder Bußgelder erwarten.

Keine Reisewarnung

Eine grundsätzliche Reisewarnung des Außenministeriums liegt allerdings nicht vor. Nur dann kann aber ein kostenfreier Rücktritt erfolgen, eine Teilreisewarnung reicht nicht. Derzeit liegt die Gefährdungsstufe des Außenministeriums nicht im Rahmen der konkreten Reisewarnung. Manche Reiseveranstalter zeigen sich aus Kulanzgründen dennoch zu Stornierungen von Frankreichreisen bereit. Dies muss im Einzelfall aber erfragt werden.

Zwar räumt der Gesetzgeber einen Reiserücktritt auch bei höherer Gewalt grundsätzlich ein. Dies kann bei Terroranschlägen der Fall sein, wenn die Reise ein unzumutbares Sicherheitsrisiko darstellt. Die Auslegung wird aber sehr eng gehalten und wurde bisher nur nach den Anschlägen von New York zeitweise eingeräumt. Im Übrigen gehören vereinzelte Terroranschläge nach geltender Rechtsprechung zum allgemeinen Lebensrisiko.

Die französischen Sicherheitsbehörden tun indes alles, um gerade in besonders beliebten Regionen unbeschwerten Urlaub zu ermöglichen. Das führt allerdings dazu, dass Reisende verstärkt mit Kontrollen an Bahnhöfen und Flughäfen rechnen müssen. Paris hat für Touristen eine spezielle Notfallnummer eingerichtet (Hotline 0033 1/45 50 34 60). Wer sich unsicher fühlt oder Beobachtungen melden will, kann diese nutzen.

Wie sicher ist Ägypten?

Auch weitere beliebte Urlaubsländer unterliegen gewissen Einschränkungen. In Ägypten beispielsweise besteht landesweit ein erhöhtes Risiko terroristischer Anschläge und die Gefahr von Entführungen. Diese können sich auch gegen westliche Ziele und westliche Staatsbürger richten. Um für den Flugverkehr die notwendige Sicherheit zu gewährleisten, sind Luftfahrtunternehmen angewiesen, bei Abflügen aus Sharm el-Sheikh zusätzliche Sicherheitsauflagen zu beachten. Grundsätzlich sollten Alleinfahrten durch das Land vermieden werden. Bei touristischen Zielen sollte zudem erhöhte Aufmerksamkeit gelten.

Wie sicher ist die Türkei?

Auch hier rät das Außenministerium zur Vorsicht. Landesweit kann es immer wieder zu Unruhen oder gar terroristischen Anschlägen kommen. In Metropolen wie Istanbul gilt besondere Wachsamkeit. Von Reisen in den Osten Anatoliens oder gar an die syrische oder irakische Grenze wird dringend abgeraten.

Alle Reiseländer mit aktuellen Sicherheitshinweisen finden Sie auf der Seite des Außenministeriums unter www.bmeia.gv.at

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