„Too big to fail“ – wie Banken die Wirtschaft tragen

Geraten systemrelevante Banken in Schieflage, sind schwere Verwerfungen an den Finanzmärkten die Folge. Selbst der globalen Wirtschaft drohen dann schwere Schäden.

Neben Unternehmen, privaten Haushalten und dem Staat nehmen Banken im Wirtschaftskreislauf eine überaus wichtige Rolle als Finanzintermediär ein. Als Schnittstelle zwischen Kapitalgebern und Kapitalnehmern sammeln und bündeln die Finanzinstitute Kapital, das schließlich den Kapitalnehmern in Form von Krediten wieder zur Verfügung gestellt wird. Während Unternehmen auf diesem Weg Investitionen finanzieren, können private Haushalte etwa größere Anschaffungen oder einen Immobilienkauf tätigen sowie kurzfristige Liquiditätslücken überbrücken. Banken haben somit eine Vermittlerrolle inne und leisten daher einen wichtigen Beitrag, damit der globale Wirtschaftskreislauf in Schwung bleibt.

Je größer die Bank, desto größer ist in der Regel ihre Bedeutung für das Finanzsystem. Eine Pleite bei einem der wichtigsten Geldhäuser der Welt würde das globale Finanzsystem wanken lassen, weshalb sie als „zu groß zum Scheitern“ bezeichnet werden: „Too big to fail“ wurde während der Finanzkrise 2008 zu einer gängigen Einstufung für systemrelevante Finanzinstitute, bei denen eine Pleite nicht hinzunehmen und um nahezu jeden Preis zu verhindern ist. Durch ihre Größe, ihre zahlreichen Beziehungen zu anderen Finanzinstituten und ihrer Verflechtungen ins Ausland können Schwierigkeiten einer systemrelevanten Bank zu einer Instabilität des gesamten Finanzsystems führen und damit erhebliche negative Folgen für die Realwirtschaft nach sich ziehen. In einem solchen Szenario wäre die Kapital- und Kreditversorgung nicht mehr gewährleistet, was gerade in den Industrienationen zu einem spürbaren Produktionsrückgang und Unternehmenspleiten führen würde. Auch die Ersparnisse und die Altersversorgung großer Teile der Bevölkerung wären dann gefährdet.

Nach den Erfahrungen während der Finanzkrise 2007 und dem damaligen Niedergang der US-Bank Lehman Brothers werden die weltweiten Finanzinstitute regelmäßig auf ihre Systemrelevanz hin überprüft. Das 2009 von 20 Industrie- und Schwellenländern gegründete Financial Stability Board veröffentlicht jährlich eine Liste global systemrelevanter Banken, auf der sich derzeit kein österreichisches Finanzinstitut befindet.

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