Sport als Wirtschaftsfaktor

Sportliche Großereignisse sind heutzutage Milliardenveranstaltungen, an denen viele mitverdienen.

 Wenn am 10. Juni 2016 um 21 Uhr im Pariser Stade France die Partie Frankreich-Rumänien angepfiffen wird und damit die 15. Fußball-Europameisterschaft in Frankreich beginnt, startet

auch ein wirtschaftliches Großereignis – mit einem geschätzten Gesamtvolumen in zweistelliger Milliardenhöhe. Zahlreiche Branchen, Unternehmen und nicht zuletzt die beteiligten Städte wollen davon profitieren. Für die weltweite Aufmerksamkeit haben die Spielorte sich ordentlich herausgeputzt. Fünf Neubauprojekte sowie der Umbau weiterer Stadien haben im Vorfeld etwas mehr als zwei Milliarden Euro verschlungen. Langfristig werden allerdings vor allem die größeren Städte und traditionell starken Fußballstandorte von den umgesetzten Projekten profitieren.

Schon bei der EM 2012 in Polen und der Ukraine hatten sich die damit verbundenen wirtschaftlichen Hoffnungen nicht immer erfüllt. In Polen wurden damals rund 25 Milliarden Euro in Infrastrukturmaßnahmen wie Straßenbau, die Erweiterung von Flughäfen und Bahnhöfen sowie Stadionbau und -erweiterung gesteckt. In der Ukraine waren es elf Milliarden. Dennoch gingen davon zunächst keine wesentlichen Wachstumsimpulse aus, wie es in einer volkswirtschaftlichen Studie heißt. Die ökonomischen Auswirkungen einer solchen Großveranstaltung würden häufig schlicht überschätzt.

Dennoch wird auch bei dieser EM 2016 natürlich wieder viel Geld verdient. Hotel-, Bar- und Restaurantbetreiber freuen sich auf Mehreinnahmen durch Millionen anreisende Fans. Nach den schrecklichen Anschlägen rund ums Länderspiel Frankreich-Deutschland im vergangenen November wird außerdem mehr als früher in die Sicherheit investiert, etwa im Bereich der Videoüberwachung und Personenkontrollen.

Traditionell gute Zeiten sind sportliche Großereignisse sowohl für den Sportartikelhandel als auch für die Hersteller. So rechnet Adidas für 2016 aufgrund der Europameisterschaft mit einer Steigerung des Konzernumsatzes von zehn bis zwölf Prozent. Im selben Umfang soll der Gewinn steigen und laut Prognose bei etwa 800 Millionen Euro liegen. Der Handel setzt vor allem auf den anziehenden Verkauf von Trikots der teilnehmenden Nationalmannschaften. „Intersport international“ hofft für Deutschland, Österreich, Polen, Tschechien, die Slowakei und Ungarn auf einen Umsatz von insgesamt 3,44 Milliarden Euro – ein Plus von 1,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

 

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