Sparen in der Nullzinsphase – und trotzdem Geld verdienen

In Folge der Finanzkrise senkten die großen Zentralbanken weltweit die Zinsen. Von 2008 bis 2016 fuhr beispielsweise die Europäische Zentralbank (EZB) den Leitzins nahezu kontinuierlich von ursprünglich 4,25 % auf 0 % herunter. Laut den jüngsten Aussagen der Notenbank wird sich zumindest hierzulande an dem niedrigen Zinsniveau vorerst wenig ändern.

Im Anschluss an die letzte Zinssitzung in Frankfurt am Main ließ Notenbank-Chef Mario Draghi verlauten, dass der Leitzins mindestens bis zum Jahresende nicht erhöht werde. Zusätzlich sollen den Banken ab September neue Kredite zur Verfügung gestellt werden. Mit diesen Maßnahmen will die EZB die Kreditvergabe der Banken ausweiten und die lahmende Konjunktur anschieben. Zudem erhoffen sich die Währungshüter einen Anstieg der Inflation. Aktuell liegt die Inflationsrate im Euro-Währungsraum bei 1,4 % und somit noch deutlich unter der Zielvorgabe der EZB von 2,0 %.

Die Folgen der Niedrigzinsen

Die offensichtlichsten Folgen der aktuellen Geldpolitik sind sicherlich die niedrigen Zinserträge, welche Sparer seit geraumer Zeit erhalten. Derzeit werden selten Zinssätze bezahlt, die über 1 % p.a. liegen. Da die Inflation in der Eurozone aktuell bei 1,4 % notiert (in Österreich betrug sie für Februar laut Statistik Austria sogar 1,5 %), gleichen die Zinserträge nicht einmal die Inflationsrate aus. Auf Dauer machen Sparer auf diese Weise Verlust.

Selbst festverzinsliche Papiere sind wenig attraktiv. So beträgt die Rendite bei österreichischen Staatsanleihen mit einer Laufzeit von zehn Jahren gerade einmal 0,3 % p.a. Bei Papieren mit einer Laufzeit von sechs Jahren und weniger ist die Rendite sogar negativ.

Sparer und Anleger, die ihr Geld vermeintlich sicher anlegen wollen, stehen somit vor einem großen Problem. Die traditionellen Anlageformen wie Sparbuch, Tagesgeld- und Festgeldkonto haben mehr oder weniger ausgedient. Nichtsdestotrotz ist im vergangenen Jahr die Sparquote in Österreich wieder leicht angestiegen: von 6,8 % im Jahr 2017 auf 7,4 % im Jahr 2018.

Aktien als wichtiger Baustein der Geldanlage

Um langfristig möglichst keinen Wertverlust zu erleiden, kann man das Ersparte auf verschiedene Anlageklassen aufteilen. Vor allem Aktien können hierbei interessant sein, denn in der Vergangenheit konnten gerade mit dieser Anlageklasse über einen längeren Zeitraum attraktive Renditen erzielt werden. Anleger müssen allerdings berücksichtigen, dass zurückliegende Werteentwicklungen keine Aussage über zukünftige Kurse geben.

Wer sich nicht selbst mit der Auswahl von Einzeltiteln beschäftigen möchte oder sich diese nicht zutraut, findet in Fonds und ETFs attraktive Alternativen. Ebenfalls sehr interessant ist die Geldanlage mittels Sparplänen. Bereits mit geringen Beträgen können Anleger auf diese Weise regelmäßig Fondsanteile erwerben und an der Entwicklung der Aktienmärkte partizipieren.

Dieser Artikel gibt die Meinung des Autors wieder und stellt in keiner Weise eine Finanzanalyse, eine Anlageberatung, ein Angebot zum Kauf oder eine Empfehlung der Hello bank! dar und kann keine fachliche Beratung durch einen Anlage- und/oder Steuerberater ersetzen.

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