Sharing economy: teilen & tauschen

Von wegen „mein Haus, mein Auto, mein Boot“ – statt im Eigentum vornehmlich Statussymbole zu sehen, sind immer mehr Menschen bereit, ihren Besitz zu teilen. Auf Gastgeberportalen bieten und finden sie preiswerte oder kostenlose private Schlafplätze in aller Welt, tauschen gar ihre Wiener Wohnung auf Zeit gegen eine in New York. Nutzer von Mitesszentralen treffen sich gegen einen Unkostenbeitrag zum Dinner, das ein ihnen unbekannter Hobbygourmet kocht. Per Mitfahrzentrale offerieren PKW-Besitzer Plätze in ihren Autos, um Benzinkosten zu teilen.

Sharing economy erhebt Teilen zum ökonomischen Prinzip, von dem Marktteilnehmer finanziell und in puncto Geselligkeit profitieren. Pioniere dieser Tauschwirtschaft waren Idealisten, die erste Netzwerke in den 1980er Jahren knüpften – per Kleinanzeigen. Das Internet gab der Idee ab der Jahrtausendwende einen rasanten Schub.

Inzwischen vermitteln Gastgeber-Portale wie das 2008 in Silicon Valley gegründete „Airbnb“, professionell Privatunterkünfte, die jedoch nicht mehr kostenfrei sind. Anders als beim Gastgeberdienst „BeWelcome2“, der nach wie vor als Non-Profit-Modell von Freiwilligen betrieben wird. Nicht um Start-up-Investoren zu locken oder Gebühren zu erheben, sondern um wenig betuchte Reisende wie Studenten unterzubringen.

Auch Mitesszentralen gibt es nun in profitorientierten Versionen. „Eatwith“ bringt Reisende weltweit mit Hobbyköchen zusammen. In London zeigen sich laut Guardian Restaurants besorgt über die preiswertere Konkurrenz, die Hygieneauflagen, teure Sicherheitsbestimmungen und Steuerzahlungen umgehen sowie Arbeitsplätze und Unternehmen vernichten können. Eine Kritik, die auch Taxiunternehmer gegen den Fahrdienst Uber und Hoteliers über Airbnb anbringen. Auch der Staat schaut kritisch hin. Manche Städte wollen deshalb in Zukunft die Zweckentfremdung von Wohnraum eindämmen.

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