Nachhaltiges Investieren – Rendite mit gutem Gewissen

Viele Anleger machen sich Gedanken darüber, wo und wie sie ihr Erspartes investieren. Neben dem Ziel, mittel- bis langfristig eine attraktive Rendite zu erzielen, spielen auch ökologische und sozial-gesellschaftliche Aspekte bei der Wahl des Anlageprodukts eine immer größere Rolle.

Nachhaltiges Investieren boomt
In Zeiten des Klimawandels ist nachhaltiges Investieren in aller Munde. Aber auch die Ausbeutung von Menschen in wirtschaftlich schwachen Ländern oder der faire Handel sorgen bei vielen Anlegern für ein Umdenken. Viele wollen nicht mehr unbedingt die maximale Rendite erzielen, sondern mit ihrem Geld etwas bewegen. Eine Entwicklung, die auch die Finanzbranche entdeckt hat und vermehrt Produkte initiiert, die sich diesem Thema widmen. Zahlreiche Fonds berücksichtigen bei ihrer Einzeltitelauswahl neben wirtschaftlich fundamentalen Faktoren inzwischen auch Kriterien wie beispielsweise verantwortlichen Umgang mit Ressourcen, Einsatz von regenerativen Energiequellen, Umgang mit Menschenrechten, Maßnahmen gegen Korruption, soziales Verhalten und gute Unternehmensführung.

Immer mehr Anleger honorieren dies: Laut einer Studie des Grantham Research Institute on Climate Change and the Environment wurde im Jahr 2014 weltweit ein Vermögen von 18,3 Billionen US-Dollar nach Kriterien der Nachhaltigkeit verwaltet. Zwei Jahre später betrug diese Summe schon fast 23 Billionen US-Dollar und ein Ende der Entwicklung ist nicht abzusehen – bereits in diesem Jahr rechnen Experten mit einem Abstieg auf 30 bis 35 Billionen US-Dollar.

Nachhaltiges Investieren ist kein neuer Trend
Durch Medien und Werbung entsteht häufig der Eindruck, dass nachhaltiges Investieren ein neuer Trend sei, doch die Geschichte des Ansatzes lässt sich bis in die 1950er und 1960er Jahre zurückverfolgen. Damals erkannten von Gewerkschaften verwaltete US-Pensionsfonds, dass sie mit ihren Kapitalanlagen das soziale Umfeld beeinflussen können. Somit flossen unter anderem große Beträge in den Bau von bezahlbaren Wohnungen und die Entwicklung von Gesundheitseinrichtungen. Zudem begannen religiöse Organisationen ethische Filter einzuführen, um Unternehmen zu identifizieren und aus ihren Portfolios auszuschließen, die nicht ihren moralischen Werten entsprachen. In den 1970ern nahm das Bewusstsein für soziale und politische Fragen weiter zu.

Im Jahr 2006 haben die Vereinten Nationen die „Principles for Responsible Investments“ (Prinzipien für verantwortliches Investieren) verabschiedet. Mittlerweile haben fast 1.800 Investoren mit einem verwalteten Vermögen von 70 Billionen US-Dollar diese Prinzipien unterzeichnet und sich dazu verpflichtet, Überlegungen zu Umwelt-, Sozial- und Unternehmensführungsfaktoren (ESG: Environment, Social and Governance) in ihre Anlageentscheidungen, ihr Verhalten als Aktionäre und ihre Berichterstattung einzubeziehen.

Nachhaltigkeit auf Kosten der Rendite?
Ein weit verbreitetes Vorurteil gegenüber nachhaltigen Investments ist, dass die Rendite darunter leidet. Diese Behauptung ist allerdings häufig falsch. Denn nach wie vor spielen in erster Linie wirtschaftlich fundamentale Faktoren in die Anlageentscheidung mit ein, durch die Berücksichtigung von ESG-Kriterien werden lediglich zusätzliche Risiken, die sich unter der Oberfläche von Bilanzen und Finanzkennzahlen verbergen, minimiert.

Unternehmen, die ESG-Themen wie beispielsweise Knappheit natürlicher Ressourcen, Entsorgung von gefährlichen Abfällen, Produktsicherheit, Gesundheit und Sicherheit von Arbeitskräften und Aktionärsrechte vernachlässigen, gefährden mittel- bis langfristig möglicherweise sogar ihr Geschäftsmodell. So könnte beispielsweise ein steigendes Interesse an einer Verringerung von Kohlendioxidemissionen negative Folgen für Unternehmen haben, deren Tätigkeit abhängig von fossilen Brennstoffen ist. Im Idealfall spiegelt sich nachhaltiges Investieren somit auch positiv in der Rendite wider.

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