Milliardengeschäft Fußball

Die alle vier Jahre stattfindende Fußball-Weltmeisterschaft hat sich längst zum Milliardengeschäft entwickelt. Während sich einige eine goldene Nase verdienen, bekommen andere eine dicke Rechnung.

Schon ein knappes Jahr vor der nächsten Fußball-Weltmeisterschaft steht fest: Das Turnier in Russland im kommenden Sommer wird die bislang mit Abstand teuerste WM aller Zeiten. Auf rund 30 Milliarden US-Dollar wurden die Investitionen in Stadien, Infrastruktur und Sicherheit zuletzt nach oben geschraubt, die bis zum ersten Anstoß anfallen werden. Gleich sieben Stadien werden in Russland neu errichtet, zwei von Grund auf modernisiert.

Russland toppt alles Dagewesene

Unter dem Strich liegen die Investitionskosten damit rund doppelt so viel wie bei der vergangenen Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien und um ein Vielfaches über den Budgets früherer Turniere. So lagen die Kosten für Japan und Südkorea 2004 noch bei 4,6 Milliarden US-Dollar, für Deutschland 2006 bei 3,7 Milliarden US-Dollar und 2010 in Südafrika bei 3,5 Milliarden US-Dollar.

Finanziert werden die horrenden Kosten einer Weltmeisterschaft in der Regel von ausrichtenden Ländern und Städten und damit letztlich von den Steuerzahlern. Zwar hatte Brasilien im Rahmen der Vergabe der Weltmeisterschaft noch angekündigt, dass 90 Prozent der erforderlichen Investitionen von privaten Investoren getragen werden sollen. Am Ende wurden allerdings auch am Zuckerhut nahezu alle Ausgaben über öffentliche Gelder abgedeckt.

Volkswirtschaftliche Auswirkungen der Großturniere zu messen, ist derweil schwierig. Kurzfristig profitieren bspw. die Bauindustrie, während des Turniers die Tourismus- und Gastronomiebranche. Wenngleich sich die Hoffnungen der Ausrichter auf die Initialzündung für einen neuen Wirtschaftsboom meist schnell in Luft auflösen, können sich die Investitionen in Infrastruktur mittel- bis langfristig auszahlen.

Ganz gleich in welchem Land der Erde die Weltmeisterschaft auch stattfindet – ein Gewinner steht mit dem Fußball-Weltverband immer fest. In Brasilien hatte die FIFA neue Rekordergebnisse erreicht, bei einem Gesamtumsatz von 3,3 Milliarden Euro einen Gewinn von 1,6 Milliarden Euro verbucht.

 

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