Kleines Zins-ABC: Die verschiedenen Zinsarten – einfach erklärt

Zinsen gehören zu den Finanzmärkten wie die Luft zum Atmen. Weltweit gibt es vermutlich nur wenige erwachsene Menschen, die noch nie den Begriff Zins gehört haben. Allgemein wird unter Zinsen die Leistung verstanden, die der Gläubiger vom Schuldner als Gegenleistung dafür erhält, dass er ihm für einen bestimmten Zeitraum Kapital überlassen hat. Meist wird der Zins in Prozent angegeben. Überlässt man beispielsweise jemanden 1.000 Euro für einen Zinssatz von 10 % p.a. erhält man pro Jahr eine Zahlung in Höhe von 100 Euro. In der Praxis gibt es verschiedene Arten von Zinsen und diese unterscheiden sich teils deutlich voneinander. Die wichtigsten Zinsarten stellen wir Ihnen hier kurz vor.

Leitzins

Einer der wichtigsten Zinssätze ist der Leitzinssatz. Er ist für die Höhe vieler anderer Zinsen richtungsweisend. Der Leitzins wird hierzulande von der Europäischen Zentralbank festgelegt und ist ein wichtiges Werkzeug zur Steuerung der Geldpolitik. Er gibt an, zu welchem Zinssatz die an die EZB angeschlossenen Kreditinstitute Geld aufnehmen können. Um die Auswirkungen der Finanzkrise zu mildern und die Wirtschaft mit Geld zu versorgen, wurde dieser Zinssatz im Laufe der letzten Jahre von den großen Notenbanken deutlich gesenkt. Im Euroland beträgt der Leitzins seit März 2016 null Prozent.

Habenzins

Das allgemein niedrige Zinsniveau hat zum Leidwesen vieler Sparer auch Auswirkungen auf den Habenzins. Als Habenzins oder auch Guthabenzins wird der Zins bezeichnet, den ein Anleger auf seine Geldeinlagen – Sparbuch, Tages- oder Festgeldkonto – bei einer Bank erhält. In den letzten Jahren ist der Habenzins sehr niedrig und gleicht teils nicht einmal die Inflation aus.

Sollzins

Das Gegenteil vom Habenzins ist der Sollzins. Soll ist ein buchhalterisch-technischer Begriff. Der Sollzins ist bei der Aufnahme von Krediten seitens des Schuldners zu zahlen. Leiht sich also jemand von einer Bank Geld, muss er Sollzinsen bezahlen. Ein bekannter Sollzins ist beispielsweise der Dispozins, der zum Tragen kommt, wenn der so genannte Dispositions-Kredit in Anspruch genommen wird. Wird im Weiteren die von den Banken eingeräumte Kreditlinie überzogen, werden meist die noch zusätzlichen Überziehungszinsen fällig.

Nominal- und Effektivzinsen

Die Unterscheidung zwischen Nominal- und Effektivzins ist für Kreditnehmer sehr wichtig. Während der Nominalzins angibt, in welcher Höhe das Darlehen oder der Kredit verzinst werden, berücksichtigt der Effektivzins auch noch zusätzliche preisbestimmende Kosten wie zum Beispiel Bearbeitungsgebühren. Der Effektivzins ist somit deutlich aussagekräftiger.

Zinseszins

Der Zinseszins ist ein Phänomen, das meist bei langfristigen Geldanlagen auf Sparbüchern, Tagesgeld- oder Festgeldkonten zur Geltung kommt. So wird beispielsweise einmal jährlich ein bestimmter Geldbetrag aufgrund der jeweiligen Zinsen ausbezahlt bzw. dem Konto gutgeschrieben. Das nun gestiegene Sparkapital wird im Laufe des weiteren Anlagezeitraums erneut verzinst. Der Zinseszins ist somit nichts anderes als verzinste Zinserträge. Da sich dieser Prozess ständig wiederholt, wächst das Geld auf dem Konto exponentiell an.

 

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