Jahresendrally: Warum Aktien zum Jahresausklang steigen können

Jedes Jahr hofft ein Großteil der Börsianer auf die berühmte Jahresendrally. Während in den USA die bekannten Indizes nahe ihren Höchstständen notieren und der Aufwärtstrend intakt erscheint, haben zahlreiche europäische Indizes in den letzten Wochen Federn gelassen. Nichtsdestotrotz gibt es auch hier durchaus gute Gründe für steigende Aktienkurse.

Wirtschaft wächst solide
Mit einem Wachstum des Bruttoinlandsprodukt (BIP) von 0,6 % in der Eurozone im dritten Quartal wächst die Wirtschaft nach wie vor äußerst solide. Aktuell ist weder etwas von einer Überhitzung noch von einer Abkühlung zu erkennen. So dürfte sich auch im laufenden Quartal der bis dato größte Wirtschaftsaufschwung seit Beginn der Währungsunion fortsetzen. Für 2017 erwartet die EU-Kommission für die Eurozone einen Anstieg des BIP um 2,2 %. Im Frühjahr lagen die Prognosen mit 1,7 % noch deutlich darunter. Positiv blickt die Brüsseler Behörde auch in das nächste Jahr und rechnet für 2018 mit einem Wirtschaftswachstum von 2,1 %. Für 2019 wird derzeit ein Plus von 1,9 % veranschlagt. Ebenfalls erfreulich ist die Entwicklung am Arbeitsmarkt: Mit einer Quote von 7,5 % ist die Arbeitslosigkeit in der EU so niedrig wie seit 2008 nicht mehr.

Niedriges Zinsniveau
Obwohl die Europäische Zentralbank erst kürzlich verkündete, ihr Anleihenkaufprogramm ab Januar 2018 auf 30 Milliarden Euro pro Monat zu halbieren, dürfte sich an dem aktuellen Niedrigzinsniveau kaum etwas verändern. Anleihen stellen sich somit für das Gros der Investoren nach wie vor als wenig attraktiv dar, weshalb auf der Suche nach Rendite die Aktie weiterhin erste Wahl sein sollte.

Selbst die weiteren Zinserhöhungen der US-amerikanischen Notenbank Federal Reserve dürften dieser Entwicklung keinen Abbruch tun. Ganz im Gegenteil, europäische Aktien könnten von der restriktiveren Geldpolitik auf der anderen Seite des Atlantiks sogar profitieren. Da steigende Zinsen in den USA den US-Dollar gegenüber dem Euro stärken sollten, könnte sich dies positiv auf die Gewinne zahlreicher europäischer Unternehmen auswirken.

Stimmung weder Bulle noch Bär
Bekanntlich spielt die Stimmung an den Börsen eine große Rolle. So heißt es beispielsweise: Die Hausse wird in der Panik geboren, wächst in der Skepsis, altert im Optimismus und stirbt in der Euphorie. Auch wenn die ersten Phasen der aktuellen Hausse sicherlich schon hinter uns liegen, von Euphorie ist bis dato zumindest kaum etwas zu spüren.

Anleger sollten allerdings auch die Risiken nicht außer Acht lassen. Der momentane Aufwärtstrend der Aktienmärkte befindet sich bereits in einem sehr fortgeschrittenen Stadium und negative Nachrichten können hier sehr schnell zu Gewinnmitnahmen führen. Zudem sind viele Aktien nicht mehr günstig bewertet, was ebenfalls zu Korrekturen führen könnte.

Dieser Artikel gibt die Meinung des Autors wieder und stellt in keiner Weise eine Finanzanalyse, eine Anlageberatung, ein Angebot zum Kauf oder eine Empfehlung der Hello bank! dar und kann keine fachliche Beratung durch einen Anlage- und/oder Steuerberater ersetzen. Bitte beachten Sie, dass die dargestellten Finanzinstrumente den allgemeinen Wertpapierrisiken unterliegen, insbesondere auch dem Bonitätsrisiko des Emittenten und dem Risiko eines Totalverlustes des eingesetzten Kapitals.

 

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