Inflation – warum eine moderate Geldentwertung die Wirtschaft stärkt

Morgen weniger zahlen als heute – was sich für Verbraucher wie ein Traum anhört, ist für die Wirtschaft fatal. Fallende Preise, eine so genannte Deflation, können das Wirtschaftswachstum belasten bzw. ganz zum Erliegen bringen. Eine moderate Inflationsrate ist daher aus volkswirtschaftlicher Sicht wünschenswert.

Keine Angst vor geringer Inflation

Viele Anleger fürchten nichts mehr als eine schleichende Entwertung ihres Vermögens durch Inflation. Doch die Sorge ist meist unbegründet. Zugegeben, eine Hyperinflation wie 1922/23 in Deutschland und Österreich, als die Inflationsrate zeitweise bei 30.000% pro Monat lag, ist eine wirtschaftliche Katastrophe. Doch aktuell sind wir von solch einem Szenario weit entfernt. Im Juni lag die Inflationsrate in der Eurozone bei 1,2% und somit unter dem von der Europäischen Zentralbank angestrebten Ziel von knapp 2%.

Bei einer moderaten Inflation steigen die Preise kontinuierlich leicht an. Dies hat zur Folge, dass Bürger und Unternehmen bereit sind Geld auszugeben bzw. zu investieren, denn auf absehbare Zeit würde dasselbe Produkt ja teurer werden. Dieser stetige Konsum sorgt letztendlich dafür, dass die Wirtschaft floriert.

Sinkende Preise – schrumpfende Wirtschaft

Eine Deflation wirkt sich dagegen negativ auf das Wirtschaftswachstum aus. Im Gegensatz zur Inflation wird unter einer Deflation ein signifikanter und anhaltender Rückgang des Preisniveaus für Waren und Dienstleistungen verstanden. Was sich zuerst sehr positiv für den Konsumenten anhört, ist jedoch fatal. Käufe und Investitionen werden aufgeschoben, weil schließlich in Zukunft alles noch billiger ist. Eine sinkende Nachfrage führt bei den meisten Unternehmen zu sinkenden Gewinnen. Eine wachsende Arbeitslosigkeit und ein Anstieg von Firmenpleiten gehören daher zum typischen Bild einer Deflation. Dadurch wird ein sich selbst verstärkender Prozess in Gang gesetzt.

Deflationen zeigen sich sehr hartnäckig und sind nur schwer zu bekämpfen. Sobald erste Anzeichen auftreten, müssen Notenbanken und Regierungen handeln – Zinssenkungen und eine expansive Geldpolitik gelten als übliche Mittel.

Gewinner und Verlierer einer Inflation

Zu den Verlierern einer Inflation gehört die sparende Bevölkerung, da deren Vermögen auf Konten und Sparbüchern langfristig an Wert verlieren kann. Dies ist dann der Fall, wenn der Realzins negativ ist, d.h. die Verzinsung der Geldanlage geringer ist als die Inflation. Schuldner profitieren dagegen von einer Inflation, denn mit der Geldentwertung schrumpft auch der reale Wert von Forderungen.

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