Inflation in Österreich – wie ändert sich der Wert des Geldes?

Preisschwankungen sind ganz normal – einige Preise steigen, während andere fallen. Erhöhen sich allerdings die Preise für Waren und Dienstleistungen anhaltend, spricht man von Inflation. Dann nehmen der Wert des Geldes und die Kaufkraft ab. Fallen die Preise dagegen über einen längeren Zeitraum, spricht man von Deflation.

Die Inflation wird in Österreich monatlich von der Statistik Austria gemessen. Zur Messung wird der so genannte Verbraucherpreisindex (VPI) herangezogen. Der VPI wird mit Hilfe eines Warenkorbs *) berechnet, der den durchschnittlichen österreichischen Konsumenten und sein Einkaufsverhalten widerspiegeln soll.

Preissteigerungen sind die Regel
Nach jüngsten Zahlen lag die Inflation im Juni um 2 % höher als im Vorjahresvergleichsmonat. Gegenüber dem Mai 2018 ist die Inflation im Juni um 0,2 % angestiegen. Hautverantwortlich für das leichte Plus waren deutliche Teuerungen bei Treibstoffen. Als zweitstärkster Preistreiber erwiesen sich die Ausgabegruppen Wohnung, Wasser und Energie.
In den letzten 30 Jahren bewegte sich die jährliche Inflation zwischen 0,69 % (1998) und 3,17 % (2011). In der Vergangenheit gab es allerdings auch deutliche höhere Raten. Allein im Jahr 1974 ist die Inflation um 9,66 % gestiegen. Interessant ist auch, dass in Österreich seit 1959 kein einziges Jahr mit einer Deflation zu verzeichnen ist.

Der Eindruck kann täuschen
Inflationsraten im niedrigen einstelligen Bereich machen auf den ersten Blick einen unbedeutenden Eindruck. Fragt man dagegen den Verbraucher direkt nach seiner Einschätzung, werden meist deutlich höhere Raten genannt. Dies liegt an der so genannten „gefühlten Inflation“. Der Unterschied zwischen der gemessenen und der gefühlten Inflation liegt unter anderem daran, dass in dem oben erwähnten Warenkorb neben Produkten des täglichen Bedarfs auch langlebige Güter wie beispielsweise Autos enthalten sind. In der Regel nimmt der Verbraucher Preissteigerungen beim täglichen Einkauf viel stärker wahr als bei eher seltenen Anschaffungen.

Obwohl Preissteigerungen per se unerfreulich sind, ist eine leichte Inflation durchaus wünschenswert. In Erwartung steigender Preise investieren Unternehmen, Verbraucher konsumieren und die Konjunktur wächst. Fallen dagegen die Preise, geht auch die Investitions- und Konsumbereitschaft zurück, da Verbraucher erwarten, in Zukunft für Waren und Dienstleistungen weniger bezahlen zu müssen. In der Folge bricht die Wirtschaft ein, die Arbeitslosigkeit steigt und der Konsum geht weiter zurück – ein Teufelskreis, der nur schwer zu durchbrechen ist. Aus diesem Grund strebt die Europäische Zentralbank ein Inflationsziel von 2 % an.

 

*) Quelle: www.statistik.at Wirtschaft/Preise/Verbraucherindex/Warenkorb

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