Inflation in der Euro-Zone auf 4-Jahres-Hoch

Erstmals seit vier Jahren stieg die Teuerungsrate im Mittel auf 2,0 Prozent. In Österreich lag sie bei 2,2 Prozent. Ein Ende der Niedrigzinspolitik ist dennoch nicht in Sicht.

 

Die Inflation in den Ländern der Euro-Zone ist im Februar auf 2,0 Prozent gestiegen. Erstmals seit vier Jahren steht damit wieder eine Zwei vor dem Komma. Im Januar hatte die Teuerungsrate noch bei 1,8 Prozent gelegen. Das geht aus Angaben des Europäischen Statistikamtes Eurostat hervor.

Hauptgrund für die anziehende Inflation waren steigende Energiepreise. Sie legten um 9,3 Prozent zu, während die Kosten für Dienstleistungen lediglich um 1,3 Prozent stiegen. Nahrungsmittel, Alkohol und Tabak trugen mit einem Anstieg von 2,5 Prozent zur wachsenden Inflationsrate bei.

Österreich lag mit 2,2 Prozent leicht über dem Durchschnitt der Euro-Länder, nach zuletzt 2,0 Prozent im Jänner. Auch hier handelt es sich um den höchsten Wert seit Juni 2013 (Quelle: Statistik Austria). Stärkster Preistreiber war hierzulande demnach die Ausgabengruppe „Verkehr“, die mit durchschnittlich 5,4 Prozent für etwa ein Drittel der allgemeinen Teuerung verantwortlich war. Vor allem Treibstoffkosten trugen mit einem Plus von 17,2 Prozent dazu bei. Im Bereich „Wohnung, Wasser, Energie“ wurde mit durchschnittlich 1,9 Prozent der zweitbedeutendste Anstieg verzeichnet, was hauptsächlich an den überproportional gestiegenen Heizölpreisen lag. Hier gab es ein Plus von 34,4 Prozent. Die Verbilligungen beim Strom wurden damit mehr als ausglichen. Lebensmittel inklusive alkoholfreier Getränke verteuerten sich im Schnitt um 2,3 Prozent.

Die Inflationsunterschiede zwischen den einzelnen Ländern der Euro-Zone sind nach wie vor groß. Sie bewegten sich im Jänner 2017 zwischen 0,2 Prozent in Irland und 3,1 Prozent in Belgien. Hier die Werte im Einzelnen:

 

Belgien: 3,1 Prozent

Spanien: 2,9 Prozent

Lettland: 2,9 Prozent

Estland: 2,8 Prozent

Litauen: 2,5 Prozent

Luxemburg: 2,5 Prozent

Österreich: 2,0 Prozent

Deutschland: 1,9 Prozent

Frankreich: 1,6 Prozent

Niederlande: 1,6 Prozent

Griechenland: 1,5 Prozent

Slowenien: 1,5 Prozent

Malta: 1,4 Prozent

Portugal: 1,3 Prozent

Italien: 1,0 Prozent

Slowakei: 0,9 Prozent

Finnland: 0,9 Prozent

Zypern: 0,7 Prozent

Irland: 0,2 Prozent

 

Steigende Inflationswerte erhöhen den Druck auf die Europäische Zentralbank (EZB) ihre extreme Niedrigzinspolitik langsam zu korrigieren. Die nun für den Euro-Raum erreichte Rate von 2,0 Prozent war stets als ideal für die Wirtschaftsentwicklung bezeichnet worden. Allerdings hat EZB-Präsident Mario Draghi bereits erklärt, die Euro-Wirtschaft benötige vor einer Beendigung der lockeren Geldpolitik zunächst noch „weitere Impulse“.

 

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