Green Investments – guten Gewissens auf Renditejagd

Kursgewinne einfahren und dabei auch noch etwas für Mensch, Tier und Umwelt tun? Was sich zunächst nach bloßer Wunschvorstellung anhört, erweist sich bei näherem Hinsehen als echte Chance. Immer mehr Anleger und professionelle Investoren entdecken die Möglichkeit, nachhaltige Investments in ihre Strategie zum Vermögensaufbau einzubinden. Im Zehnjahreszeitraum 2005 bis 2014 hat sich das Volumen nachhaltiger Anlagen in Österreich laut Auswertung des Forums Nachhaltige Geldanlagen von 1,2 Mrd. auf 9,5 Mrd. Euro vervielfacht. Deutschland und die Schweiz hinzugezählt ist das Volumen innerhalb der DACH-Region im gleichen Zeitraum gar um den Faktor 15 gewachsen. Die auf Nachhaltigkeit spezialisierte Unternehmensberatung RFU verwies zuletzt darauf, dass österreichische Fondsgesellschaften in ihren nachhaltigen Publikumsfonds zum Jahreswechsel 2015/2016 rund 6 Mrd. Euro verwaltet haben. Allein im vergangenen Jahr wurden sieben neue Fonds aufgelegt.

Dabei ist die Definition für nachhaltige Investmentformen gar nicht so leicht. Die Kriterien, mit denen die Investments klassifiziert werden, sind von Fondsanbieter zu Fondsanbieter unterschiedlich, und auch der einzelne Anleger setzt die Messlatte unterschiedlich hoch. Auf der „Black List“ landen häufig Unternehmen aus der Rüstungs- und Waffenindustrie, Tabakkonzerne oder Gesellschaften aus Bereichen wie Gentechnik oder Glücksspiel. Gesucht werden hingegen Konzerne, die sich der Verlangsamung des Klimawandels, der Armutsbekämpfung oder dem Erhalt der Artenvielfalt verschrieben haben.

Bei allem Idealismus müssen sich nachhaltige Investments letztlich aber auch an der Rendite messen lassen und können hier durchaus bemerkenswerte Ergebnisse vorweisen: Im Rahmen einer Meta-Studie über 35 empirische Studien konnte 2014 in 15 Fällen kein Performance-Unterschied festgestellt werden, immerhin 14-mal hatten nachhaltige Fonds, lediglich 6-mal traditionelle Fonds die Nase vorn.

Zuletzt verwies Union Investment auf das Ergebnis einer eigens in Auftrag gegebene Studie, wonach ein Portfolio mit geringer Kohlendioxidintensität ein Vergleichsportfolio mit der höchsten Intensität um 30% outperformen konnte. Eine erfolgreiche Kombination aus Geldanlage und gutem Gewissen scheint also tatsächlich möglich.

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