Gold am Scheideweg?

Die ersten Monate des laufenden Jahres war Gold eine der gefragtesten Anlageklassen. Mit einem Plus von rund 10 % (YTD *) konnte das Edelmetall die meisten Aktienindizes auf die Plätze verweisen. Doch nach der Frankreichwahl könnte der Gegenwind stärker werden.

Unsicherheit beflügelt den Goldpreis

Die Erklärung für den Anstieg des gelben Edelmetalls ist einfach: politische und geopolitische Risiken verunsicherten die Anleger und sorgten für eine Flucht in so genannte sichere Häfen. Neben Gold konnten auch die Anleihenmärkte von dieser Entwicklung profitieren – fallende Renditen und steigende Kurse waren die Folge. Die Erwartungen an Donald Trump als neuen US-Präsidenten waren hoch und die Aktienmärkte preisten diese Vorschusslorbeeren ein. Doch inzwischen weicht die anfängliche Euphorie einer gewissen Skepsis. Nachdem Trump mit der Abschaffung der Gesundheitsreform seines Vorgängers scheiterte, werden immer mehr Zweifel bezüglich der angekündigten schnellen Umsetzung der Steuerreform laut. Geopolitisch sorgte vor allem die Konfrontation zwischen Nordkorea und den USA für Unsicherheit.

Frankreichwahl lässt aufatmen

Ein Damoklesschwert, welches bis zum letzten Wochenende ebenfalls über den Märkten hing, war der Ausgang der Präsidentschaftswahlen in Frankreich. Ein Sieg der rechtsgerichteten Marine LePen vom Front National hätte vermutlich drastische Auswirkungen auf die Eurozone bzw. einen Austritt Frankreichs aus dem Euro zur Folge. Doch das klare Ergebnis für den sozial- und wirtschaftsliberalen Emmanuel Macron sorgte zu Beginn der Woche für Erleichterung an den Aktienmärkten. Die Wahrscheinlichkeit, dass der Europabefürworter das nächste Staatsoberhaupt Frankreichs wird ist groß. Infolgedessen hat sich der Bedarf an der Krisenwährung Gold verringert, was an den fallenden Notierungen zu beobachten war. Nichtsdestotrotz könnte Gold schon bald wieder gefragt sein. Zwar dürfte der Ausgang der Stichwahl um den französischen Präsidenten zwischen Macron und LePen kaum noch für Überraschungen sorgen, doch es darf nicht vergessen werden, dass dieses Jahr noch weitere Wahlen anstehen und die Märkte es in den nächsten Wochen und Monaten mit vielen neuen politischen Konstellationen zu tun haben werden.
* Year-to-date (YTD) bezeichnet im Bereich der Finanzwirtschaft den Zeitraum seit Beginn des Jahres bis zum aktuellen Zeitpunkt.

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