Fintechs – die Zukunft der Geldanlage

Fintechs sind weiter auf dem Vormarsch. Der von Financial Technology abgeleitete Begriff beschreibt Unternehmen, die Finanzdienstleistungen mit modernen, innovativen Technologien kombinieren. Sie bieten meist Produkte und Dienstleistungen an, die benutzerfreundlicher, effizienter, transparenter und automatisierter sind als die derzeit verfügbaren. In einer Welt, die zunehmend digitalisiert wird, sollen sich Überweisungen, Kredite, Investitionen, Zahlungen und vieles mehr nahtlos in das Leben der immer technikaffineren Kunden integrieren.

Fintechs werden erwachsen

Galten Fintechs vor wenigen Jahren noch als große Konkurrenz der etablierten Banken, so stellt sich die Situation heute anders dar: Immer mehr der jungen Unternehmen im Finanzbereich erkennen, dass Banken über eine wichtige Infrastruktur – vor allem im regulatorischen Bereich – verfügen, die sich nicht so ohne weiteres replizieren lässt. Aus diesem Grund kooperieren Fintechs und Banken zunehmend. Im Idealfall profitieren so beide Seiten voneinander.

Eine Entwicklung, die ebenfalls im letzten Jahr zu beobachten war, ist, dass einige Fintechs inzwischen den Status eines Start-ups verlassen haben. Deutlich wird dies beispielsweise bei einem Blick zu unserem Nachbarn Deutschland. 2018 verdrängte dort der Anbieter für bargeldloses Bezahlen Wirecard die Commerzbank aus dem deutschen Börsenleitindex DAX. Inzwischen verfügt Wirecard sogar über eine höhere Marktkapitalisierung als die Deutsche Bank. Aber auch in Österreich gibt es bekannte Namen, so ist beispielsweise wikifolio.com längst den Kinderschuhen entwachsen und inzwischen Europas führende Social-Trading-Plattform.

Nicht nur an der Börse erfreuen sich Fintechs immer größerer Beliebtheit, auch im Bereich Venture Capital steigen die Investitionen von Jahr zu Jahr. Laut einer Studie des Datenanbieters CB Insights sind letztes Jahr weltweit insgesamt 39,57 Mrd. US-Dollar in Fintechs geflossen. Im Vergleich zu 2017 ist dies eine Steigerung um 120 %.

Österreich fördert Fintechs

Fintechs spielen auch in Österreich eine immer größere Rolle. Um heimischen Unternehmen den Start zu vereinfachen, plant das Finanzministerium eine Neuerung. In einer so genannten Regulatory Sandbox sollen Fintechs in Zukunft ihr Angebot bzw. ihre Dienstleistung an echten Kunden ausprobieren können. Ein halbes Jahr dürfen ausgewählte Start-ups unter den Augen der Finanzmarktaufsicht (FMA) ihre innovativen Ideen testen und unter realen Bedingungen experimentieren. In diesem Zeitraum sollen die Fintechs zu einer vollwertigen Konzession gelangen. Gelingt dies nicht, muss außerhalb der Sandbox weitergearbeitet oder der Dienst eingestellt werden. Dank der Involvierung der FMA besteht auch für die Testkunden eine gewisse Sicherheit.

Österreich gehört mit dieser Strategie zu den Vorreitern in Europa. Derzeit gibt es vergleichbare „Spielplätze“ nur in Großbritannien, Dänemark, Litauen, Polen, den Niederlanden und demnächst auch in Spanien und Ungarn. Der österreichische Finanzplatz könnte auf diese Weise für Start-ups anziehender werden und möglicherweise neue, international erfolgreiche Fintechs hervorbringen. Das Internationale Finanzinstitut der Hochschule Luzern honoriert das Bemühen bereits und sieht Wien auf Platz 15 der attraktivsten Fintech-Städte weltweit.

Antwort schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Folgende HTML-Tags und Attribute können Sie verwenden:

<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

Cookies helfen uns bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Mehr erfahren   Akzeptieren