Dividenden: Wieso schütten nicht alle Unternehmen Gewinne aus?

Börsennotierte Unternehmen können ihren Aktionären Dividenden ausschütten, nicht alle tun es jedoch. Was sind die Regeln bei der Ausschüttung einer Dividende? Auf welche Art und Weise kann ein Unternehmen Gewinne ausschütten? Und warum profitieren nicht alle Anleger von Dividenden? Wir sind diesen Frage nachgegangen.

Die Regeln der Ausschüttung

Die Dividende ist der Teil der Gewinne, den ein Unternehmen seinen Aktionären ausschüttet. Die Ausschüttung wird jedes Jahr auf der Aktionärshauptversammlung beschlossen, je nachdem wie die Ergebnisse des vorangegangenen Geschäftsjahres ausgefallen sind. Der Betrag ist für jede Aktie gleich.

Die Ausschüttung von Dividenden wird vom Gesetz und durch Unternehmensstatuten geregelt. Es werden keine Gewinne ausgeschüttet, wenn das Unternehmen ein Defizit aufweist. Außerdem muss der Gewinn vorrangig in neue Projekte investiert oder als Rücklage verwendet werden, was man Eigenkapital nennt. Über diese Beträge wird ebenfalls auf der jährlichen Hauptversammlung entschieden. Diese kann also entscheiden, ob das Unternehmen den gesamten Gewinn einbehält, ohne dass eine Dividende ausgeschüttet wird. Oder aber das Gegenteil festlegen: Dass nur sehr wenig in die Entwicklung des Unternehmens investiert wird.

Um diese Entscheidungen treffen zu können, muss die Hauptversammlung sich mindestens sechs Monate nach Schließung der Konten des Unternehmens treffen. Die Dividende muss anschließend ausgeschüttet werden und zwar spätestens neun Monate später. Nach der Ausschüttung wird der Aktienkurs des Unternehmens um den Wert der Dividende der Aktie sinken, da der Wert des Unternehmens abgenommen hat. Beispiel: Eine Aktie ist 100€ am Tag N wert. Am Tag N+1 wird eine Dividende pro Aktie von 2€ ausgeschüttet. Die Aktie ist dann nur noch 98€ wert. In den meisten Fällen steigt der Kurs noch am selben Tag auf seinen vorherigen Wert.

Die Methoden der Ausschüttung

Das Unternehmen kann die Dividende in drei unterschiedlichen Formen ausschütten:

  • Numerisch: Aktionäre erhalten Geld auf ihr Giro-Konto.
  • Naturalien: Das Unternehmen verteilt Aktien, die in dessen Portfolio vorhanden sind, Güter oder aber Immobilienwerte. Diese Art von Ausschüttung ist selten.
  • In Form von Aktien: Das Unternehmen überträgt den Besitz an gewissen Aktien an seine Aktionäre. Zu diesem Zwecke kann es neue Aktien ausgeben, was den Kurs sinken lässt.

Was die Höhe der Ausschüttung angeht, so greifen Unternehmen auf zwei Methoden zurück:

  • Die erste besteht darin, den prozentualen Anteil am Gewinn zu ermitteln, der Aktionären ausgeschüttet wird. Dieser bleibt gleich, egal wie hoch die Gewinne des Unternehmens sind.
  • Die zweite besteht darin, den Aktionären keinen Prozentsatz des Gewinns, sondern einen fixen Betrag auszuzahlen. Somit erhalten die Aktionäre fixe Einnahmen und das Unternehmen kann seinerseits mehr Geld in neue Projekte investieren, falls die Gewinne höher ausfallen als erwartet.

 

Dieser Artikel gibt die Meinung des Autors wieder und stellt in keiner Weise eine Finanzanalyse, eine Anlageberatung, ein Angebot zum Kauf oder eine Empfehlung der Hello bank! dar und kann keine fachliche Beratung durch einen Anlage- und/oder Steuerberater ersetzen. Bitte beachten Sie, dass die dargestellten Finanzinstrumente den allgemeinen Wertpapierrisiken unterliegen, insbesondere auch dem Bonitätsrisiko des Emittenten und dem Risiko eines Totalverlustes des eingesetzten Kapitals.

 

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