Die Geschichte des Geldes – von Muschelmünzen zur Kryptowährung

Bargeld, Kreditkarte oder Handy – noch nie war bezahlen so einfach wie heute. Doch dies war nicht immer so.

Von der Muschel zur Münze

Seit Menschengedenken wird Handel betrieben. Anfangs bestand dieser aus dem direkten Tausch Ware gegen Ware oder gegen Dienstleistung. Mit der zunehmenden beruflichen Spezialisierung der Menschen wurde diese Form der Bezahlung allerdings immer unattraktiver. Dies führte dazu, dass ungefähr 6.000 v. Chr. das erste so genannte Naturalgeld in Form von Muscheln, Steinen, Salz, Fellen oder auch Perlen das Licht der Welt erblickte.

Das erste von Menschenhand geformte Zahlungsmittel entstand in der frühen Bronzezeit (2.300 bis 2.000 v. Chr.) in Form von Halsringbarren. Deutlich später, um ca. 700 v. Chr., schufen die Lyder die ersten münzähnlichen Gegenstände. Hierfür verwendeten sie einheitlich große Metallstücke und schlugen bzw. prägten das Wappen ihres Königs ein. Diese Form des Geldes wurde später von den Griechen und Römern im ganzen Mittelmeerraum verbreitet.

Das erste Papiergeld

Das heute bekannte Papiergeld geht auf den Wechsel zurück. Dies ist eine Urkunde, welche eine Zahlungsanweisung des Austellers an den Empfänger eines Wechsels beinhaltet. Zum ersten Mal in Erscheinung trat Papiergeld etwa 1.100 n. Chr. in China. Da das Münzgeld aufgrund seines Gewichts im Alltag unpraktisch war, ging man dazu über, die Münzen in den Geschäften zu lassen und erhielt dafür eine Art Quittung. Da diese Quittungen nicht personalisiert waren, konnten sie problemlos den Besitzer wechseln und fungierten somit auch als Zahlungsmittel.

In Europa wurden die ersten dokumentierten Geldscheine 1483 in Spanien als Ersatz für fehlendes Münzgeld ausgegeben. 1609 druckte die Amsterdamer Wechselbank erste Banknoten als Währung, und 1661 gab die Bank von Stockholm infolge von Münzknappheit „Credityf-Zedel“ heraus. Dies waren die ersten offiziellen Banknoten Europas mit eingetragenem Wert und Währung.

Bargeldloser Zahlungsverkehr

Neben Münzen und Scheinen dominieren heutzutage vor allem Kreditkarten den Zahlungsverkehr. Die Kartenidee kommt ursprünglich aus den USA. Ende des 19. Jahrhunderts gaben Hotels Karten an ihre Gäste aus, mit denen sie die Leistungen des Hauses sofort in Anspruch nehmen konnten, aber erst später bezahlen mussten. Wenige Jahre später folgten diesem Beispiel Mineralölkonzerne und Kaufhausketten. Die erste Kreditkartengesellschaft im klassischen Sinn war der 1950 gegründete Diners Club.

Die nächste Evolutionsstufe des bargeldlosen Zahlungsverkehres ist das Bezahlen per Smartphone. Mit wenigen Handbewegungen können Rechnungen auf diese Weise kontaktlos beglichen werden. Aktuell dominieren die beiden großen Techkonzerne Apple und Google diesen Markt.

Noch kein offizielles staatliches Zahlungsmittel, aber möglicherweise das Geld von Morgen, sind Kryptowährungen. Hierbei handelt es sich um digitales Geld, welches auf kryptographischen Werkzeugen wie Blockchains und digitalen Signaturen basiert. Der bekannteste Vertreter dieser Entwicklung ist der Bitcoin. Ob und wann die Kryptowährungen die Aufgabe des traditionellen Geldes übernehmen können, ist allerdings fraglich. Sicher ist dagegen, dass die Geschichte des Geldes noch lange nicht zu Ende ist und immer wieder neue Kapitel geschrieben werden.

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