Die Geschichte der Zentralbanken

So richtig in den Fokus der breiten Öffentlichkeit sind Notenbanken, auch Zentralbanken genannt, erst in den letzten Jahren im Rahmen der Finanzkrise gelangt. Doch die Geschichte der für die Geld- und Währungspolitik verantwortlichen Institutionen geht weiter zurück, viel weiter.

 Die Entstehung der ersten Notenbank

Im 16. und 17. Jahrhundert war es in Europa üblich, dass Banken ihre eigenen Münzen prägten. Die Folge war ein Münz- bzw. Währungschaos – bis zu 800 verschiedene Münzen aus aller Herren Länder kursierten damals zwischen Händlern und Kaufleuten. Der Stadtrat von Amsterdam versuchte im Jahr 1609 mit Gründung der Amsterdamer Wisselbank (Wechselbank), den unhaltbaren Zuständen Herr zu werden. Aufgabe der neu geschaffenen Einrichtung war es, Forderungen zwischen einzelnen Konten ohne den Einsatz von Bargeld, ähnlich der heute üblichen Überweisung, auszugleichen und für einen deutlich effizienteren Zahlungsverkehr zu sorgen.

Die Wisselbank gilt somit als Pionier der Notenbanken, auch wenn sie andere typische Rollen einer modernen Zentralbank nicht ausübte. Das erste Institut, das die Aufgabe hatte, Banknoten zu emittieren, war die im Jahr 1656 gegründete Stockholmer Palmstruch-Bank, die Vorläuferin der schwedischen Reichsbank, welche als älteste heute noch existierende Zentralbank gilt. Nur wenige Jahre später, im Jahr 1694, erblickte die berühmte Bank of England das Licht der Welt. Deren Hauptaufgabe war ebenfalls die Ausgabe von Banknoten sowie die Finanzierung des Kriegs gegen Frankreich.

Mit der Gründung der Federal Reserve in den USA im Jahr 1913 beginnt das Zeitalter des Zentralbank-Modells, wie wir es heute kennen. Trotz ihrer langen Geschichte unterscheiden sich die einzelnen Institute teilweise in ihren Zielen, Ausrichtungen und Strukturen. Während beispielsweise die Europäische Zentralbank die Gewährleistung der Preisstabilität als höchste Priorität hat, zählt zu den Hauptaufgaben der amerikanischen Fed auch, für einen Höchstgrad an Beschäftigung zu sorgen. Eines haben aber doch alle gemeinsam: Sie verfolgen die Erhaltung einer stabilen Wirtschaft, die Wachstum und Fortschritt begünstigt.

 

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