Die europäische Zentralbank (EZB) – Aufgaben und Funktionen der Geldwächter

Immer wieder wird von Medien und Experten die Europäische Zentralbank (EZB) zur Begründung von Entwicklungen an den Finanzmärkten herangezogen. Doch welche Aufgaben und Funktionen hat eigentlich diese mächtige Institution genau?

Entstehung und Zusammensetzung der EZB
Die EZB ist eine verhältnismäßig junge Notenbank. Gegründet wurde sie im Jahre 1998 als Zentralbank für alle an der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion teilnehmenden Staaten. Zusammen mit den nationalen Notenbanken gestaltet sie die Geldpolitik der Mitgliedsstaaten und legt diese auch fest. Der Sitz der Zentralbank ist in Frankfurt am Main.

Die wichtigsten Entscheidungsorgane der Notenbank sind der EZB-Rat und das EZB-Direktorium. Der Rat setzt sich aus den Mitgliedern des Direktoriums und den Präsidenten der nationalen Notenbanken zusammen. Er tagt in der Regel zweimal pro Monat, analysiert die wirtschaftliche und finanzielle Entwicklung und fasst alle sechs Wochen seine geldpolitischen Beschlüsse. Das Direktorium besteht aus dem Präsidenten, dem Vize-Präsidenten und vier weiteren Personen. Aktuell sitzt Mario Draghi diesem Gremium vor. Die Aufgaben des Direktoriums sind die Durchführung der Geldpolitik gemäß den Entscheidungen des EZB-Rats und die Führung der laufenden Geschäfte der Notenbank. Des Weiteren existieren als Organe der EZB noch der Erweiterte Rat, dem auch die neun Länder der EU angehören, die den Euro noch nicht eingeführt haben, sowie das Aufsichtsgremium.

Ziele und Aufgaben der EZB
Das vorrangige Ziel der EZB ist die Preisstabilität zu gewährleisten. Das heißt auf mittlere Sicht, die Inflationsrate unter, aber nahe der 2 %-Marke zu halten. Verschiedene geldpolitische Maßnahmen zur Erreichung dieses Ziels stehen den Währungshütern zur Verfügung. Eine wichtige Rolle spielt hierbei die Festlegung des Leitzinses und somit die Steuerung der Geldmenge. Der Leitzins ist der Zinssatz, zu dem sich Geschäftsbanken im Euroraum Geld von der EZB leihen können. Je nach konjunktureller Lage und Entwicklung des Preisniveaus fällt dieser Satz höher oder niedriger aus. Seit Ausbruch der Finanzkrise hat die EZB den Leitzins kontinuierlich gesenkt bis auf aktuell 0 %. Eine weitere Möglichkeit, indirekt Einfluss auf die Inflationsrate zu nehmen, ist das seit März 2015 laufende Anleihenkaufprogramm.

Über die Geldpolitik hinaus hat die EZB noch weitere grundlegende Aufgaben. Neben dem Recht, die Ausgabe von Banknoten innerhalb des Euroraums zu genehmigen, obliegt der Notenbank unter anderem auch die Aufgabe, Devisengeschäfte, beispielsweise Devisenmarktinterventionen, durchzuführen. Ferner verwaltet die EZB die Währungsreserven des Euroraums, sorgt für eine reibungslose Funktion der Zahlungssysteme und gewährleistet Sicherheit und Stabilität im europäischen Bankensystem.

 

 

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