Die Aufgaben der Finanzmarktaufsicht und wie sie Anlegern Sicherheit geben

Für die Überwachung seiner Finanzmärkte und die Einhaltung von Verhaltensregeln und Gesetzen ist innerhalb Europas jeder Staat selbst verantwortlich. Lag die Verantwortung lange Zeit bei den jeweiligen Zentralbanken des Landes, hat sich in den vergangenen Jahren das System einer Allfinanzaufsicht in einer eigenständigen Behörde durchgesetzt. In der Schweiz übernimmt diese Aufgaben seit 2009 die Eidgenössische Finanzmarktaufischt FINMA, in Deutschland bereits seit dem Jahr 2002 die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht, ebenfalls im Jahr 2002 hat auch die Österreichische Finanzmarktaufsicht ihre Tätigkeit aufgenommen.

Seither beaufsichtigt die Finanzmarktaufsicht sämtliche Marktteilnehmer wie etwa Banken, Versicherungen, Pensionskassen, Aktiengesellschaften, Wertpapierdienstleister, Aktienfonds oder sonstige Finanzkonglomerate mit dem Ziel, dass diese zu jeder Zeit zahlungsfähig sind und ihren vertraglich eingegangenen Pflichten nachkommen können. Sollte es dennoch zu einer Insolvenz eines dieser Institute kommen, trägt die Finanzmarktaufsicht dafür Sorge, dass die Abwicklung der Insolvenz möglichste ohne Folgen für andere Marktteilnehmer und den Finanzmarkt Österreichs durchgeführt wird.

Die zweite wesentliche Aufgabe der Finanzmarktaufsicht ist die Markt- und Verhaltensaufsicht, bei der jederzeit faire und transparente Verhältnisse an den Finanzmärkten gewährleistet und die Einhaltung der gesetzlichen Rahmenbedingungen sichergestellt werden sollen, die in zahlreichen einzelnen Gesetzen zusammengefasst sind. Ferner wird der Finanzmarktaufsicht auch eine besondere Bedeutung bei der Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung zuteil. Als Anstalt des öffentlichen Rechts mit eigener Rechtspersönlichkeit ist die Finanzmarktaufsicht an keine Weisungen gebunden und kann auf Basis der in ihrer Zuständigkeit befindlichen Gesetze Verordnungen oder Bescheide erlassen, Konzessionen erteilen und entziehen oder bei Nichteinhaltung von Vorschriften Verwaltungsstrafen aussprechen.

Auch wenn die Finanzmarktaufsicht nicht der Österreichischen Nationalbank unterstellt ist, arbeiten beide Institute doch partnerschaftlich zusammen – wobei sich die Finanzmarktaufsicht eher um die Themen auf Mikro-, die Nationalbank eher um Aspekte auf der Makro-Ebene der Finanzmärkte kümmert. Auch wenn Österreich im internationalen Vergleich eine kleine Volkswirtschaft darstellt, wurde der Finanzplatz vom Internationalen Währungsfonds im Jahr 2013 als einer von 29 für die Weltwirtschaft relevanten Finanzsektoren eingestuft. Daher arbeitet die österreichische Finanzmarktaufsicht auch im Netzwerk der europäischen Finanzmarktaufsichtsorgane aktiv mit.

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