Der Market Maker macht den Handel

Der Begriff Market Maker (deutsch: „Marktmacher“) ist ein Börsenbegriff. Er bezeichnet die Partei an der Börse oder einem anderen Marktplatz, die dafür sorgt, dass ein Handel zustande kommen kann.

Im allgemeinen Sprachgebrauch ist ein Markt, ob geographisch oder virtuell, der Ort, an dem Käufer und Verkäufer aufeinandertreffen und ihre Waren und Dienstleistungen gegen Geld tauschen. Auf dem Kapitalmarkt können dies Aktien, Fonds, ETF, Rohstoffe, Derivate etc. sein. Der klassische Market Maker an der Börse verpflichtet sich, für bestimmte Wertpapiere verbindliche An- und Verkaufskurse für bestimmte Stückzahlen zu zeigen und auch darauf bei Bedarf zu handeln. Die Differenz aus An- und Verkaufskurs wird im Fachjargon Spread genannt und ist, vereinfacht gesagt, der Lohn des Market Makers. In einer Aktie kann es durchaus mehrere konkurrierende Market Maker geben, die versuchen, sich den Spread zu verdienen.

Bei derivativen Instrumenten wie Zertifikaten, Optionsscheinen oder Aktienanleihen ist in der Regel der Emittent dieser Papiere auch gleichzeitig der Market Maker. Der Irrglaube, dass immer ein anderer Privatanleger an der Börse vorhanden sein muss, damit ich mein Discount-Zertifikat verkaufen kann, ist nach wie vor weitverbreitet, trifft deshalb aber noch lange nicht zu. Der Emittent wird beide Seiten, sowohl den Käufer als auch den Verkäufer, bedienen, es sei denn, der Makler an der Börse stellt fest, dass es für beide Privatanleger sinnvoller wäre, wenn er sie gegeneinander ausführt. Im außerbörslichen Handel werden Geschäfte immer mit dem Emittenten abgewickelt.

Dabei ist Market Maker nicht gleich Market Maker, die Qualität unterscheidet sich aus Kundensicht mitunter doch ganz erheblich. Als eine der wichtigsten Kennzahlen sollten Marktteilnehmer auf den Spread eines Wertpapiers achten, dabei aber auch die angebotene Stückzahl nicht aus den Augen lassen. Ein maßgeblicher Einflussfaktor auf den Spread ist die Handelszeit. Will der Investor während der Öffnungszeiten an der Heimatbörse die Aktie handeln oder außerhalb der Öffnungszeiten? Bei US-Aktien wird der Spread nach 17:00 Uhr erheblich geringer sein, weil der Makler an der Wiener Börse leicht in New York die Aktien nachkaufen kann, während er um 13:00 Uhr auf der Position zunächst sitzen bleibt. Der höhere Spread, den der Makler verlangt, ist also eine Art Risikoprämie. Auch wenn Derivate bis 22:00 Uhr gehandelt werden – diese Problematik besteht dort gleichermaßen. Ein Mini Future auf Daimler um 21:30 Uhr handeln zu wollen, geht in aller Regel mit einem höheren Spread einher, als das gleiche Produkt um 15:00 Uhr zu traden.

Dieser Artikel gibt die Meinung des Autors wieder und stellt in keiner Weise eine Finanzanalyse, eine Anlageberatung, ein Angebot zum Kauf oder eine Empfehlung der Hello bank! dar und kann keine fachliche Beratung durch einen Anlage- und/oder Steuerberater ersetzen. Bitte beachten Sie, dass die dargestellten Finanzinstrumente den allgemeinen Wertpapierrisiken unterliegen, insbesondere auch dem Bonitätsrisiko des Emittenten und dem Risiko eines Totalverlustes des eingesetzten Kapitals.

 

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