DER ATX UND SEINE UNTERNEHMEN – VERBUND AG

Hohe Berge, tiefe Täler, Flüsse und Seen – Österreich bietet ideale Voraussetzungen für die Erzeugung sauberer Energie in Form von Wasserkraft. Ein Unternehmen, das sich diese einzigartige Topografie zunutze macht, ist die Verbund AG.

Die Verbund AG ist Österreichs führendes Elektrizitätsversorgungsunternehmen und einer der größten Stromerzeuger aus Wasserkraft in Europa. Allein in Österreich und Deutschland betreibt das Unternehmen mehr als 120 Wasserkraftwerke, vier Wärmekraftwerke und acht Windparks. Mit über 20 Wasserkraftwerken in Bayern ist die Verbund AG sogar größter bayerischer Wasserkrafterzeuger und der zweitgrößte Deutschlands. Ferner setzt sich das Portfolio noch aus einem Wasserkraftwerk in Albanien, Windparks in Bulgarien und Rumänien sowie zwei Wärmekraftwerken in Frankreich zusammen. Die Verbund AG ist in den Geschäftsfeldern Stromerzeugung, Stromhandel, Stromübertragung, Stromvertrieb und sonstigen Energiedienstleistungen tätig. Insgesamt ist das Unternehmen in 15 Ländern aktiv. Mit rund 3.000 Mitarbeitern wurde im vergangenen Jahr ein Umsatz von 2,8 Milliarden Euro erwirtschaftet. Das Konzernergebnis lag dabei bei 424 Millionen Euro. Inzwischen wird bereits knapp die Hälfte des Umsatzes außerhalb Österreichs erwirtschaftet.

Wiederaufbau Österreichs

Die Verbund AG wurde 1947, als Nachfolgekonzern der Alpen-Elektrowerke, unter dem Namen Österreichische Elektrizitätswirtschafts-Aktiengesellschaft gegründet. Vordringliche Aufgabe des Unternehmens war es, das durch den Zweiten Weltkrieg schwer in Mitleidenschaft gezogene Stromnetz wiederaufzubauen. Hierzu gehörten Planung, Bau und Betrieb von Großkraftwerken sowie die Aufrechterhaltung des überregionalen Stromnetzes – das sogenannte Verbundnetz, welchem letztendlich auch der Konzern seinen Namen verdankt. Mit Unterstützung des Marshall-Plans konnten in den ersten Jah ren wichtige Projekte wie die Wasserkraftwerke Kaprun und Ybbs-Persenbeug umgesetzt werden. Somit konnte bereits 1955 der gesamte Strombedarf Österreichs wieder aus heimischer Produktion gedeckt werden.

Die Energiekrise in den Siebzigerjahren sowie die gestiegene Energienachfrage führten zum Bau des Atomkraftwerks Zwentendorf. Als dieses allerdings fertig war, entschied sich die Bevölkerung in einer Volksabstimmung gegen die Inbetriebnahme. Im Anschluss verankerte die Regierung den Verzicht auf Atomkraft in der österreichischen Verfassung.

Infolgedessen baute die Verbund AG die Wasserkraft weiter aus – es entstanden drei Kraftwerke an der Donau sowie das Speicherkraftwerk im Maltatal mit der bis heute höchsten Talsperre Österreichs, der 200 m hohen und 626 m breiten Kölnbreinsperre.

Verbund AG geht an die Börse

1988 wird die Verbund AG teilprivatisiert und wagt den Schritt an die Börse – 49 % des Grundkapitals wurden zum Handel an der Wiener Börse zugelassen. Davon sind derzeit rund 30 % im Eigentum regionaler Energieversorger und weniger als 20 % im Streubesitz. Die restlichen 51 % des Unternehmens befinden sich bis heute im Besitz der Republik Österreich. Zeitgleich mit dem Börsengang übernimmt die Verbund AG Bundesanteile an den Sondergesellschaften Österreichische Donaukraftwerke AG, Österreichische Draukraftwerke AG, Tauernkraftwerke AG, Verbundkraft Elektrizitätswerke GmbH, Ennskraftwerke AG, Donaukraftwerk Jochenstein AG und Österreichisch-Bayerische Kraftwerke AG.

 Mit dem Beitritt Österreichs in die Europäische Union im Jahr 1995 und der Liberalisierung des Strommarktes musste sich die Verbund AG neu aufstellen bzw. sich eine neue Struktur geben. Denn EU-Vorschriften forderten eine gesellschaftsrechtliche Entflechtung von Erzeugung und Übertragung von Strom. Ferner richtete sich die Verbund AG in den Neunzigerjahren internationaler aus, vor allem Deutschland wurde ein immer wichtigerer Markt für das Unternehmen.

Zukunft: erneuerbare Energien

Laut eigenen Angaben gehört die Verbund AG, aufgrund des hohen Anteils an Wasserkraft, zu den klimafreundlichsten Stromunternehmen in Europa. So erbringt das in Wien ansässige Unternehmen 6 % der Pumpspeicher-Leistung in der EU, obwohl es nur 0,8 % des Stroms in der Union erzeugt. In Zukunft soll bei der Stromerzeugung noch stärker auf klimafreundliche Energieträger gesetzt werden. Vorstandschef Wolfgang Anzengruber verkündete Anfang des Jahres, dass die Verbund AG bis zum Jahr 2020 aus der thermischen Energieerzeugung aussteigen will und somit der erste vollständig grüne Energiekonzern Europas werden soll.

Mit gutem Beispiel geht die Verbund AG im Bereich Elektromobilität voran. Zusammen mit 16 Partnern hat Österreichs größter Stromkonzern in einem von der EU-Kommission geförderten Projekt in den vergangenen drei Jahren 115 Schnellladestationen für Elektroautos in fünf europäischen Ländern – Österreich, Slowenien, Slowakei, Deutschland und Kroatien – errichtet. Aller Voraussicht nach eine gute Investition in die Zukunft, denn vor allem die Elektromobilität wird in den nächsten Jahren die Nachfrage nach erneuerbaren Energiequellen vorantreiben.

ZAHLEN & FAKTEN:

Gründung: 1947

Sitz: Wien

Mitarbeiter: 2.952 (31.12.2016)

Umsatz: 2.795,9 Mio. Euro (31.12.2016)

ISIN: AT0000746409

Internet: www.verbund.com

 

Disclaimer:

Alle Angaben dienen nur der Unterstützung Ihrer selbstständigen Anlageentscheidung und stellen keine Empfehlung der Hello bank! dar.

 

Antwort schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Folgende HTML-Tags und Attribute können Sie verwenden:

<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

Cookies helfen uns bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Mehr erfahren   Akzeptieren