Das Sabbatical: So gelingt die Job-Auszeit in Österreich

Immer häufiger wünschen sich Arbeitnehmer heutzutage eine berufliche Auszeit. Gründe hierfür gibt es viele. Sei es, um mehr Zeit mit der Familie zu verbringen oder um eine lange Reise zu machen. Zunehmend fördern aber auch Arbeitgeber ein Sabbatical, da sie erkannt haben, dass eine längere Pause sich positiv auf die Motivation und das Arbeitsklima auswirken kann.

Ursprünglich kommt die Idee des Sabbaticals aus den USA. Vor allem im Hochschulbereich hießen so Freisemester für Forschungsarbeiten. Inzwischen ist dieser Begriff allerdings auch im normalen Arbeitsleben verbreitet und meint eine längere Freistellung von wenigen Monaten bis zu mehreren Jahren.

Zwei Sabbatical-Modelle
In Österreich haben sich zwei Modelle zur Gestaltung eines Sabbaticals durchgesetzt: die Freistellung durch Ansparung von Zeitguthaben oder durch die Reduktion des Gehalts.
Bei der erstgenannten Variante sammelt der Arbeitnehmer über einen gewissen Zeitraum Überstunden, welche dann an einem Stück abgebaut werden. Dies eignet sich vor allem für jemanden, der eine kürzere Freistellung anstrebt, da für ein längeres Sabbatical die erforderliche Zahl von Überstunden kaum aufzubauen ist. Zu berücksichtigen ist auch, dass die Höchstarbeitsgrenzen und die Vorschriften der Arbeitszeitgesetze einzuhalten sind.

Aufgrund der genannten Einschränkungen ist das zweite Modell geläufiger. Hier bleibt die Arbeitsleistung vor der Auszeit gleich, allerdings reduziert sich das Gehalt über einen vorher festgelegten Zeitraum. Dieses angesparte Gehalt wird dann im Sabbatical ausgezahlt. Der Nachteil an dieser Methode ist, dass der Arbeitnehmer im Gegensatz zum Überstunden-Modell vor und während der Freistellung Gehaltseinbußen in Kauf nehmen muss.

Prinzip der doppelten Freiwilligkeit
Letztendlich müssen sich beide Seiten – Arbeitnehmer und Arbeitgeber – auf eines der beiden Modelle einigen. Dies ist auch insofern wichtig, da es keinen Rechtsanspruch auf ein Sabbatical gibt: Weder kann der Arbeitnehmer auf eine Auszeit bestehen, noch kann der Arbeitgeber seine Mitarbeiter gegen ihren Willen freistellen. Es herrscht somit das Prinzip der doppelten Freiwilligkeit.

Für Arbeitnehmer ist ebenfalls interessant, dass während des Sabbaticals das Arbeitsverhältnis in vollem Umfang mit allen Rechten und Pflichten für beide Seiten fortbesteht. Das heißt auch die Kündigungsfristen sowie der Kündigungsschutz gelten weiter.

Wer ein Sabbatical plant, sollte frühzeitig den Dialog mit dem Arbeitgeber bzw. den zuständigen Personen suchen. Denn auch von dieser Seite müssen wichtige Vorbereitungen, wie beispielsweise die Stellvertretung, getroffen werden. Zudem sollte vor der beruflichen Auszeit geklärt sein, wie die Rückkehr in die ursprüngliche Tätigkeit vonstattengeht.

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