Das kleine Einmaleins der Charttechnik

Nicht nur die neuesten Konjunkturdaten und die Gewinnentwicklung der Unternehmen bestimmen die Aktienkurse; Charttechniker versuchen aus Kursmustern der Vergangenheit die wahrscheinliche Kurstendenz eines Wertpapiers abzuleiten. Denn für Charttechniker sind alle fundamentalen Faktoren und Informationen zu einem Basiswert bereits im Kurs enthalten, externe Einflüsse werden in der Analyse konsequent ausgeblendet. Für das Ergebnis der Chartanalyse zählen schließlich nur noch Linien, Kerzen und Formationen.

Mit dem Lineal zum Börsenerfolg

Kurs- oder Liniencharts zeigen die Entwicklung des Kurses eines Wertpapiers in einem bestimmten Zeitraum, der sich je nach Ausrichtung der Analyse von wenigen Sekunden über Tage oder Wochen bis hin zu Monaten und Jahren festlegen lässt. Auf ihrer Basis lassen sich Durchschnittswerte wie beispielsweise die viel beachtete 200-Tage-Linie berechnen. Kurs- und Liniencharts sind daher eher zur Bestimmung langfristiger Trends zu gebrauchen.

Mehr Aussagekraft bieten Balkencharts. Sie zeigen für einen Handelstag nicht nur einen einzigen Punkt bzw. Kurs, sondern die Hoch- und Tiefpunkte des Wertpapiers, die miteinander verbunden werden. In einem Chart nebeneinandergestellt, liefern die Balken hilfreiche Rückschlüsse auf den Trend und die Volatilität des Basiswertes. Werden zudem auch noch die Eröffnungs- und Schlusskurse eines Handelstages gezeigt, ergibt sich ein Bild, das an eine Kerze mit Docht erinnert und daher als „Kerzenchart“ bezeichnet wird.

Diamanten, Hammer und Hanging Man

Charttechniker lesen aus den jeweiligen Charts Formationsmuster heraus, die aufgrund der Beobachtungen in der Vergangenheit Wahrscheinlichkeiten für die zukünftige Kursentwicklung ergeben. Einen „hängenden Mann“ sieht niemand gern. Zeigt er sich jedoch zur richtigen Zeit im Chart, warnt er vor Verlusten, weshalb Charttechniker auf seine Aussagekraft schwören. Für die allermeisten Anleger sind diese Muster mit ihren oftmals grotesk klingenden Formationsnamen wie „Diamant“ oder „Hammer“ ein Buch mit sieben Siegeln, relativ einfache Signale liefern hingegen Widerstände und Unterstützungszonen, die sich aus früheren Hochs und Tiefs ergeben.

Chartanalysen sind nicht unfehlbar und liefern mitunter auch falsche Signale. Richtig und im besten Fall bei umsatzstarken Wertpapieren angewandt, können sie jedoch wertvolle Hilfe zur Handelsstrategie bieten.

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