Busch’s Börsen-News: US-Präsidentschaftswahlen – welche Auswirkungen haben die Wahlen auf die Börsen?

2016 wird in den USA ein neuer Präsident gewählt. Nach zwei Amtsperioden muss sich der aktuelle Amtsinhaber Barack Obama verabschieden. Seine möglichen Nachfolger befinden sich derzeit in der heißen Phase bestehend aus Wahlkampf und Vorwahlen. Nach den ersten Wahlen in Iowa und New Hampshire lassen sich erste Trends ausmachen: Bei den Republikanern konnten sich bis dato der rechtskonservative Ted Cruz und der umstrittene Milliardär Donald Trump durchsetzen. Dagegen kristallisiert sich bei den Demokraten immer mehr ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen der liberalen Hillary Clinton und dem Sozialisten Bernie Sanders heraus.

Neben dem politisch interessierten In- und Ausland verfolgen auch viele Börsianer das aktuelle Geschehen. Denn nicht nur dass es eine Art Präsidentschaftszyklus an den Börsen gibt, auch der Ausgang der Wahlen – Demokraten oder Republikaner – kann Einfluss auf die Kursentwicklungen haben.

In der Vergangenheit waren Wahljahre häufig starke Börsenjahre. Laut Ned Davis Research verbuchten diese Jahre seit dem Jahr 1900 im Durchschnitt einen Kursanstieg von fast 10 %. Die Erklärung für dieses Phänomen ist ganz einfach: In der Regel veranlasst der Präsident im letzten Jahr seiner Amtsperiode wenig Neues, um die Wählerschaft nicht zu verstimmen und das Leben für den Kandidaten aus den eigenen Reihen nicht zu erschweren. Von dieser Seite kann die Börse daher kaum in Mitleidenschaft gezogen werden.

Anders sieht dagegen die Entwicklung der Börsen nach der Wahl aus. Da neu gewählte Präsidenten gerne zu Beginn ihrer Amtszeit unpopuläre Entscheidungen wie Ausgabenkürzungen und Steuererhöhungen durchsetzen, ist die Börse häufig verunsichert und reagiert mit Kursrückgängen.

Obwohl die Trefferquote in der Vergangenheit hoch war, ist der so genannte US-Präsidentschaftszyklus mit Vorsicht zu genießen. Trotz Wahlen crashten beispielsweise in den Jahren 2000 und 2008 die Börsen, und viele Anleger mussten schmerzliche Verluste hinnehmen.

Ebenfalls wichtig für die zukünftige Entwicklung der Finanzmärkte könnte der Ausgang der Wahlen sein. Während die Republikaner als wirtschaftsfreundlich gelten, traut man den Demokraten in dieser Richtung deutlich weniger zu. Umso überraschender ist daher, dass sich die Aktienkurse historisch gesehen unter einem demokratischen Präsidenten deutlich besser entwickelt haben als unter einem republikanischen. Laut einer Studie des Landert Family Offices aus dem Jahre 2012 konnte der S&P 500 in den vergangenen 60 Jahren unter den Demokraten im Schnitt rund 11 % zulegen, während in der Zeit der Republikaner nur ein Gewinn von knapp 5 % zu verbuchen ist.

Solche Studien sollten allerdings nicht überbewertet werden. Deutlich wichtiger als die jeweilige Partei sind die Auswirkungen von globalen Trends, geopolitischen Krisen, das Wirtschaftswachstum und die Geldpolitik.

 

Dieser Artikel gibt die Meinung des Autors wieder und stellt in keiner Weise eine Finanzanalyse, eine Anlageberatung, ein Angebot zum Kauf oder eine Empfehlung der Hello bank! dar und kann keine fachliche Beratung durch einen Anlage- und/oder Steuerberater ersetzen. Bitte beachten Sie, dass die dargestellten Finanzinstrumente den allgemeinen Wertpapierrisiken unterliegen, insbesondere auch dem Bonitätsrisiko des Emittenten und dem Risiko eines Totalverlustes des eingesetzten Kapitals.

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