Busch’s Börsen-News: Mehr als ein Strohfeuer? Das Comeback der Goldminen-Aktien.

Lange Zeit hatten Anhänger des gelben Metalls wenig Freude an ihren Investments. Seit den Höchstständen aus dem Jahr 2011 hat sich der Goldpreis in der Spitze nahezu halbiert. Doch dieses Jahr scheint Gold wieder zu glänzen. Neben dem Rohstoff konnten vor allem die Goldminenaktien ein beeindruckendes Comeback feiern. Deutlich wird dies beispielsweise an der Entwicklung des NYSE Arca Gold BUGS Index, der sich aus 18 international tätigen Goldminen zusammensetzt. Mitte Januar notierte der Index noch bei 100 Punkten und heute steht er schon bei über 200 Punkten – eine Verdopplung innerhalb von nur drei Monaten. Zur Erinnerung: die meisten bekannten Aktienindizes liefen in diesem Zeitraum bestenfalls seitwärts.

Gründe für den Anstieg

Für den Anstieg der letzten Wochen gibt es mehrere Gründe. Kaum eine Anlageklasse war so am Boden wie Gold und seine Produzenten. Die Medien überboten sich teils mit negativen Nachrichten, und es war eigentlich nur eine Frage der Zeit, bis Gold dreistellig notieren würde. Doch wie so häufig an der Börse kam es anders. Erste antizyklische Anleger witterten ihre Chance und griffen zu – buy on bad news. Geopolitische Risiken sowie die Kursstürze an den Aktienmärkten taten dann ihr Übriges, und immer mehr Anleger flüchteten in den als Krisenwährung bekannten Rohstoff Gold. Ein weiterer Grund für die neue Popularität des gelben Metalls ist die lockere Geldpolitik der Notenbanken. Die Angst vor negativen Zinsen sowie die Sorge vor einer Geldentwertung bewegt immer mehr Anleger, ihr Erspartes in Gold umzutauschen. Denn das Gegenargument „Gold zahlt keine Zinsen“ verliert in dem aktuellen Niedrigzinsumfeld massiv an Bedeutung.

 Warum steigen Goldminen stärker als der Goldpreis?

Während Gold in diesem Jahr rund 15 % zulegen konnte, fiel der Anstieg bei vielen Goldminenaktien, wie eingangs erwähnt, deutlich höher aus. Ausschlaggebend für den Gewinn eines Minenunternehmens sind die Förderkosten und der Goldpreis. Angenommen die Förderkosten pro Unze betragen 1.000 US-Dollar und der Goldpreis notiert bei 1.200 Euro, dann macht das Unternehmen einen Gewinn von 200 US-Dollar pro Unze. Steigt nun der Goldpreis um rund 17 % auf ca. 1.400 US-Dollar, verdoppelt sich der Gewinn auf 400 US-Dollar. Selbst kleine Preisänderungen können somit große Auswirkungen auf die Gewinnsituation des Unternehmens und auf den dazugehörigen Aktienkurs haben. Dasselbe gilt natürlich auch bei einem Rückgang des Goldpreises.

Ist der Zug schon abgefahren?

Viele Anleger scheuen nach den Anstiegen der letzten Wochen den Einstieg, doch nach wie vor gibt es gute Gründe für eine Fortsetzung der Rally. An dem bereits erwähnten Niedrigzinsumfeld wird sich in nächster Zeit wenig ändern und auch geopolitisch kann keine Entwarnung gegeben werden. Vielmehr ist es so, dass die nächsten Krisen wieder vor der Tür stehen – spätestens im Juli wird vermutlich die Griechenland-Problematik erneut aufkochen. Selbst die in den USA eingeläutete Zinswende dürfte keine Bedrohung für den Goldpreis sein. Aktuell sind für dieses Jahr nur noch maximal zwei Erhöhungen zu erwarten und auch diese werden – sollten sie überhaupt kommen – nur sehr gering ausfallen. Ein weiterer Anstieg des US-Dollars, was negativ für den Goldpreis wäre, ist somit vorerst nicht wahrscheinlich.

Nichtsdestotrotz sind Gold und Goldminen keine Einbahnstraße. Auch wenn derzeit viele Gründe für ein Investment sprechen, dürfte der Kursverlauf äußerst volatil bleiben und auch Verluste sind jederzeit möglich.

 

Dieser Artikel gibt die Meinung des Autors wieder und stellt in keiner Weise eine Finanzanalyse, eine Anlageberatung, ein Angebot zum Kauf oder eine Empfehlung der Hello bank! dar und kann keine fachliche Beratung durch einen Anlage- und/oder Steuerberater ersetzen. Bitte beachten Sie, dass die dargestellten Finanzinstrumente den allgemeinen Wertpapierrisiken unterliegen, insbesondere auch dem Bonitätsrisiko des Emittenten und dem Risiko eines Totalverlustes des eingesetzten Kapitals.

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