Busch’s Börsen-News: Gewinnrezession bei US-Unternehmen – ist der Aufschwung zu Ende?

Die US-Berichtssaison zu den Ergebnissen des vierten Quartals 2015 ist gerade in vollem Gang. Bis dato sind die Zahlen durchwachsen. Während Unternehmen wie Facebook, Google (Alphabet) und McDonald`s die Börsianer positiv überraschten, blieben Apple, Amazon und General Electric hinter den Erwartungen der Analysten zurück.

Laut Bloomberg wird für die Unternehmen des S&P 500 mit einem Rückgang der Gewinne von rund 6,3 % gegenüber dem Vorjahreswert gerechnet. Dies wäre das schlechteste Ergebnis seit dem dritten Quartal 2009. Aber auch schon in den vorhergehenden Quartalen gab es rückläufige Gewinne zu vermelden – im zweiten Quartal 2015 um 1,7 % und im dritten Quartal um 3,1 %. Aus diesem Grund sprechen Experten von einer Gewinnrezession bei den US-Unternehmen.

Besonders zu schaffen macht zahlreichen Unternehmen der starke US-Dollar. Seit Beginn 2015 hat der Greenback beispielsweise um rund 10 % an Wert gegenüber dem Euro gewonnen. Vor allem exportstarke Branchen leiden unter dieser Entwicklung und mussten deutliche Wachstumseinbußen bei Umsatz und Gewinn verbuchen. Ungefähr die Hälfte der Umsätze der Unternehmen aus dem S&P 500 wird außerhalb der USA erwirtschaftet.

Ein weiterer Belastungsfaktor ist der Verfall des Ölpreises. Innerhalb weniger Monate hat sich der Kurs des schwarzen Goldes mehr als halbiert. Allein bei den Energiekonzernen rechnet der Konsens mit einem Ergebnisrückgang von rund 70 % im letzten Quartal. Aber nicht nur Ölkonzerne wurden durch den Absturz des Ölpreises in Mitleidenschaft gezogen, auch die Zulieferer- und Abnehmerbranchen hatten Einbußen zu verzeichnen. Zudem kamen in letzter Zeit auch andere Rohstoffe, wie beispielsweise Kupfer, deutlich unter Druck.

Zahlreiche Analysten erwarten für das erste Quartal 2016 weitere Gewinnrückgänge. Sollte beispielsweise der Ölpreis auf dem aktuellen Niveau verharren, ist von dieser Seite erneut mit Belastungen zu rechnen – Anfang des Jahres notierte Öl noch bei rund 38 US-Dollar. Fraglich ist auch, wie sich der US-Dollar weiter entwickelt. Sollte die US-amerikanische Notenbank weitere Zinsschritte signalisieren, ist ein weiterer Anstieg möglich. Vor allem unter dem Gesichtspunkt, dass in Europa und Japan die Geldpolitik auf längere Zeit locker bleiben wird.

Sollten sich diese Entwicklungen bestätigen und weitere Gewinnrückgänge abzeichnen, könnte sich dies negativ auf die US-Aktienmärkte auswirken. Vor allem das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) würde ansteigen und Aktien würden teuer werden. Eine Ausweitung der aktuellen Korrektur wäre somit denkbar.

Dieser Artikel gibt die Meinung des Autors wieder und stellt in keiner Weise eine Finanzanalyse, eine Anlageberatung, ein Angebot zum Kauf oder eine Empfehlung der Hello bank! dar und kann keine fachliche Beratung durch einen Anlage- und/oder Steuerberater ersetzen. Bitte beachten Sie, dass die dargestellten Finanzinstrumente den allgemeinen Wertpapierrisiken unterliegen, insbesondere auch dem Bonitätsrisiko des Emittenten und dem Risiko eines Totalverlustes des eingesetzten Kapitals.

 

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