Börsengänge 2018 – was Anleger auf dem Parkett erwarten können

2017 war ein sehr erfreuliches Börsenjahr, und auch der Start ins neue Jahr verlief verheißungsvoll – weltweit steigen die Aktienmärkte, die Stimmung unter den Anlegern scheint gut zu sein. Kein Wunder, dass zahlreiche Unternehmen mit einem Gang auf das Parkett liebäugeln.

Jahr der Superlative?
Gleich zu Beginn des Jahres sorgen an den Börsen Gerüchte über eines der bis dato größten Tech-IPOs (= Initial Public Offering) für Aufregung. Angeblich plant der chinesische Smartphone-Hersteller Xiaomi einen Börsengang für das zweite Halbjahr. Laut Insiderinformationen möchte das einst wertvollste Start-up der Welt eine Bewertung von mindestens 50 Milliarden US-Dollar erzielen. Aufgrund der Tatsache, dass Xiaomi bei einer Kapitalrunde vor vier Jahren auf eine Bewertung von 45 Milliarden US-Dollar kam, scheint dieses Ziel durchaus realistisch. Demnach wäre Xiaomi nach Alibaba (168 Milliarden US-Dollar) und Facebook (104 Milliarden US-Dollar) das drittgrößte IPO eines Technologieunternehmens aller Zeiten.

Noch ein paar Nummern größer könnte der Börsengang des saudi-arabischen Öl- und Chemiekonzern Saudi Aramco ausfallen. Geplant ist, einen Anteil von 5 % für rund 100 Milliarden US-Dollar an Investoren auszugeben. Aramco wäre demnach mit einer Bewertung von 2 Billionen US-Dollar der bislang größte Börsengang der Welt. Allerdings ist es fraglich, ob das IPO bereits in diesem Jahr stattfindet.

IPOs in Europa und USA
Auch in Europa planen einige Unternehmen in den nächsten Wochen und Monaten den Schritt an die Börse. So könnte in Deutschland der größte Börsengang seit der Telekom im Jahr 1996 stattfinden. Der Technologiekonzern Siemens möchte seine Medizintechniksparte vom Mutterkonzern abspalten und unter dem Namen Healthineers am Kapitalmarkt platzieren. Bei dem vermutlich im ersten Halbjahr stattfindenden IPO sollen bis zu 25 % der Unternehmensanteile veräußert werden, was voraussichtlich einer Bewertung von rund 40 Milliarden Euro entsprechen würde.

Ein weiterer interessanter Börsengang könnte wahrscheinlich nach Ostern der Vermögensverwaltung der Deutschen Bank, DWS, gelingen. Von dem mit rund 8 Milliarden Euro bewerteten Unternehmen sollen etwa ein Viertel der Anteile ausgegeben werden. Ebenfalls mit Spannung erwartet wird das IPO des Weltmarktführers für Zug- und Lkw-Bremsen. Der Münchener Konzern Knorr-Bremse könnte im zweiten Halbjahr seinen Börsengang vollziehen. Laut Insidern sollen dadurch bis zu 4 Milliarden Euro erlöst werden.
Nachdem der Börsengang des österreichischen Glücksspielkonzern Novomatic ursprünglich schon im vergangenen Jahr erwartet wurde, sind nun dieses Jahr alle Augen auf das in Gumpoldskirchen bei Wien ansässige Unternehmen gerichtet. Je nach Finanzierungsbedarf und der Entwicklungen des allgemeinen Kapitalmarktumfelds ist ein IPO in den nächsten Monaten durchaus denkbar. Europas größter Gaming-Technologiekonzern wird von Analysten auf rund 6 Milliarden Euro geschätzt. Mit einem Börsengang könnte Novomatic mehr als 1,5 Milliarden Euro einnehmen.

Sonderfall Spotify

Ein Unternehmen, dessen Börsengang sehnlichst erwartet wird, ist Spotify. Ende letzten Jahres hat der schwedische Musikstreaming-Anbieter sich bei der US-Börsenaufsicht SEC registriert, demnach ist ein Börsengang bereits im ersten Quartal denkbar. Allerdings plant das Unternehmen keinen klassischen IPO. Statt eigene Aktien auszugeben, will Spotify nur Aktien von bestehenden Aktionären an die Börse bringen.

Auch Dropbox ist ein Unternehmen, das in den letzten Jahren immer wieder als heißer Börsenneuling gehandelt wurde. Der 2007 gegründete Filehosting-Dienst hat nun tatsächlich die Unterlagen für ein IPO bei der SEC eingereicht und plant noch im ersten Halbjahr den Schritt an die Börse. Mit einer Bewertung von über 10 Milliarden US-Dollar könnte Dropbox eines der größten Tech-IPOs in diesem Jahr am US-Markt werden.

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