Bio essen – ist es wirklich viel teurer?

In Anbetracht des Klimawandels wäre die Hinwendung zu einer verantwortungsbewussteren und ökologischeren Landwirtschaft eine gute Sache für uns und den Planeten. Problematisch ist dabei nur, dass diese Verhaltensänderungen mit einigen finanziellen Nachteilen einhergehen. Den Ergebnissen einer kürzlich durchgeführten Studie von UFC-Que Choisir zufolge wäre der Verzehr von Bio-Produkten viel teurer.

Biologisch essen sei so nicht in allen Preisklassen verfügbar. Nach den Ergebnissen der 2017 veröffentlichten UFC-Que-Choisir-Studie belief sich der durchschnittliche jährliche Preis für den Einkauf von nicht-biologischem Obst und Gemüse für einen Haushalt auf 368 Euro. Demgegenüber stehen 660 Euro in Bio-Haushalten. Das bedeutet eine Differenz von 292 Euro oder anders gesagt: 79% zusätzliche Kosten.

Ein zusätzlicher Aufwand in der Produktion

Diese höheren Preise lassen sich zunächst durch eine teurere Produktion erklären. Da im ökologischen Landbau keine Düngemittel, Pestizide oder chemischen Antibiotika verwendet werden, wachsen Pflanzen oft weniger schnell und bieten einen durchschnittlichen Ertrag, der 25% niedriger ist als bei Obst und Gemüse aus nicht biologischem Anbau.

In gleicher Weise erfordert die Praxis des ökologischen Landbaus mehr Arbeitskräfte, wodurch die Produktionskosten steigen. Natürliche Düngemittel, die von ökologischen Landwirten verwendet werden, sind auch teurer als chemische Düngemittel.

Um als ökologischer Landwirt anerkannt zu werden, muss man sich erst zertifizieren lassen und Experten hinzuziehen, um diese Bescheinigung zu erhalten. Allein das Zertifikat hat schon einen erheblichen Preis. Zusätzlich wird die Rentabilität der landwirtschaftlichen Betriebe aber auch dadurch beeinträchtigt, dass sie meist kleiner sind als große Industriestätten. Außerdem müssen die Landwirte, um zu verhindern, dass biologische und nicht biologische Produkte miteinander vermischt werden, einen speziellen Vertriebskanal einrichten, der weitere Kosten verursacht.

Ganz zu schweigen von der Marge der Händler

Laut der Studie macht die Produktion 49% der Biokosten aus, die restlichen 51% sind auf die Gewinnmarge der Händler zurückzuführen. Da immer mehr Menschen Bio einkaufen, neigen die Vertreiber dazu, die Preise zu erhöhen. Darüber hinaus folgt das Angebot nicht unbedingt dieser starken Nachfrage, was zu einem Preisanstieg führt.

 

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