Anlegen 4.0 – Roboter strukturieren das Depot

Die Digitalisierungswelle hat den Finanzsektor voll erfasst und macht auch vor dem klassischen Vermögensberater nicht halt. „Robo Advising“ nennt sich die neue Technologie, mit der eine ausgeklügelte Software die klassische Vermögensberatung künftig ersetzen soll. Ob am PC oder per App auf Smartphone oder Tablet, binnen weniger Minuten steht einem Nutzer eine Anlagestrategie zur Verfügung. Dafür muss der Kunde zunächst nur ein paar Fragen zu seiner grundsätzlichen Risikobereitschaft, den Anlagezielen und -zeiträumen oder seinen Präferenzen beantworten. Innerhalb von Millisekunden schlägt der „Robo Advisor“ anschließend ein auf den Kunden zugeschnittenes Portfolio bestehend aus verschiedenen ETFs und Fonds vor, das der Nutzer per Klick nur noch akzeptieren muss.

Vorteil: Kosten- und Zeiteffizienz

Für die Kunden bedeutet das neue Angebot in erster Linie eine enorme Kosten- und Zeitersparnis. So fallen für das „Robo Advising“ in der Regel deutlich geringere als die sonst üblichen Managementgebühren an, auch der Zeitaufwand für den Gang zur Hausbank oder den Termin beim Vermögensverwalter entfällt. Ein weiterer wesentlicher Vorteil besteht in den niedrigen Einstiegshürden. Mindestanlagebeträge wie sie von klassischen Vermögensverwaltungsgesellschaften meist vorgegeben werden, gibt es bei den Anlage-Robotern praktisch nicht – und wenn, dann liegen sie bei einem Bruchteil bislang üblichen Summen.

Nachteil: Starres Korsett

Kritiker führen allerdings die zu starre Systematik als größte Schwäche der automatisierten Anlageberatung an. Bei einer standardisierten Abfrage einzelner Punkte kann die individuelle Situation eines Kunden nur zum Teil berücksichtigt werden. Auch die Produktauswahl folgt einer sehr starren Kategorisierung.

Der Siegeszug der Robo-Anlageberater scheint jedoch nicht mehr aufzuhalten. Nachdem die online-basierte Vermögensanlage erstmals 2010 in den USA angeboten wurde, sprießten in den vergangenen Jahren weltweit weitere Anbieter wie Pilze aus dem Boden. Das von Robotern global verwaltete Vermögen hat sich einer Studie von Oliver Wyman zufolge im vergangenen Jahr von 13 Mrd. US-Dollar auf 30 Mrd. US-Dollar mehr als verdoppelt und dürfte in diesem Jahr um weitere 100% auf 60 Mrd. US-Dollar zulegen. Bis 2020, so schätzen die Branchenexperten, dürfte sich das verwaltete Volumen auf bis zu 500 Mrd. US-Dollar vervielfachen.

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